Pritzwalker Druckerei begeht Jubiläum : 111 Jahre Druckerei Koch: Ein Generationenprojekt

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Traditionsbetrieb gehört zu den Branchenriesen in der Mark und setzt auf Kontinuität, Ausbildung und Investitionen

svz.de von
29. Dezember 2013, 18:00 Uhr

Kontinuität: Dieses eine Wort genügt Andreas Koch, um 111 Jahre Firmengeschichte auf den Punkt zu bringen. „Wir sprechen nicht mehr nur von Jahren, sondern von Generationen“, sagt der Geschäftsführer der Pritzwalker Familiendruckerei. Kontinuierliche Entwicklung, Innovationen und Investitionen seien das Erfolgsrezept. In einer Zeit der „Geiz ist geil“-Mentalität und des steten Wandels komme es auf traditionelle Werte an, wenn man erfolgreich am Markt agieren wolle. Nicht weniger wichtig sei ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern.

Der Duckerei Koch scheint all dies zu gelingen. In Brandenburg rangiert sie unter den fünf größten Druckereien, hat für sich mit dem Bedrucken von Faltschachteln eine Nische entdeckt und erfolgreich besetzt. „Der Markt ist groß, angefangen bei Dingen des täglichen Bedarfs bis hin zu Geschenkverpackungen“, sagt Andreas Koch. Kosmetik, Medikamente, Beipackzettel – all das gehöre dazu. Größter Auftraggeber in diesem Segment ist Kronotex aus Heiligengrabe. „Zu allen Laminatverpackungen drucken wir die Montageanleitung für den Kunden.“ Aufträge für diesen Bereich kommen aber nicht nur aus der Region. Zunehmend akquiriere Koch in einem größeren Radius, wolle sich weiter auf dem Berliner Markt etablieren.

Die anderen Standbeine seien eher klassisches Geschäft: Plakate, Broschüren, Werbung. Das kostenlose monatliche Veranstaltungsmagazin „Der Elbländer“ kommt aus seiner Druckpresse, und wer bei einem großen Schuhkonzern Einlegesohlen kauft, findet diese ebenfalls in einer Pritzwalker Faltschachtel. Eine Besonderheit aus Kochs Sicht sei die Mediengestaltung: „Grafik, Layout, Design bieten wir unseren Kunden mit an, jede zweite Druckseite wird mittlerweile von uns layoutet“, sagt er. Eigens dafür wurde die Firma Media@Vice gegründet, die mit der Packo GmbH das Portfolio der Druckerei ergänzt.

Ausbildung sei für Koch eine Selbstverständlichkeit. Lehrstellen bietet er für Mediengestalter und Medientechnologe Druck an. Erst kürzlich warb er auf der Berufsstartermesse Go! unserer Zeitung für diese Berufe, beantwortete Fragen der Schüler. Das rege Interesse der Jugendlichen an der Messe habe ihn beeindruckt. Daneben informiert Andreas Koch an Schulen über Ausbildungsmöglichkeiten.

Um sich am Markt behaupten zu können, müsse er investieren. Häufiger und größer als ihm lieb sei. Er spricht von einem regelrechten „Investitionsdruck“ in der Branche. Druckmaschinen werden schneller und effizienter, Umrüstzeiten minimieren sich. Wer mithalten wolle, müsse technisch auf dem aktuellen Stand sein. „Ohne Fördermittel hätte ich die meisten Investitionen nicht machen können“, räumt er ein. Allein 2013 wurden rund 300 000 Euro investiert. Entstanden sind im Keller neue Büroflächen, für die Logistik wurden ein Regalsystem und ein Gabelstapler gekauft. Die Maschinen sollen besser ausgelastet werden. „Wir wollen künftig möglichst in drei Schichten arbeiten. Derzeit sind es nur eineinhalb oder zwei“, gibt Koch das Ziel vor.

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