Baumschutzverordnung : 104 000 Euro für gefällte Gehölze

Gut angewachsen: Der Größenvergleich mit den Steppkes der Montessori-Kitas zeigt, dass die als Ersatz gepflanzten Bäume gedeihen.
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Gut angewachsen: Der Größenvergleich mit den Steppkes der Montessori-Kitas zeigt, dass die als Ersatz gepflanzten Bäume gedeihen.

Entschädigungszahlungen für Ersatzpflanzungen und Pflege verwendet

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04. Februar 2014, 22:00 Uhr

„Mit der Genehmigung zur Beseitigung von Bäumen bzw. Feldhecken ist dem Antragsteller aufzuerlegen, als Ersatz Gehölze in bestimmter Anzahl, Art und Größe zu pflanzen. Die Ersatzpflanzung richtet sich nach dem Wert des beseitigten Baum- und Heckenbestandes. Der Wert ergibt sich aus dem Stammumfang, der Baumart und der Vitalität. Für jede aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht durchführbare Ersatzpflanzung wird ein Geldbetrag festgesetzt, dessen Höhe dem Preis des Gehölzes entspricht, mit dem die Ersatzpflanzung hätte erfolgen müssen. Der Geldbetrag ist zweckgebunden für die Pflanzung oder Pflege von Gehölzen zu verwenden.“

Diese nach Amtsdeutsch klingenden Formulierungen aus der Prignitzer Baumschutzverordnung – insbesondere der letzte Satz – sind tatsächlich ein Erfolgsmodell: 2008 vom Kreistag beschlossen und im Dezember desselben Jahres in Kraft getreten, regeln sie das Vorgehen bei der Fällung von Bäumen und die dafür gegebenenfalls erforderlichen Ersatzpflanzungen.

„Im Rückblick auf fünf Jahre Baumschutzverordnung können wir als Verwaltung den Abgeordneten für den Beschluss dieser Satzung nur gratulieren“, sagte Bernd Lindow, Leiter des Sachbereichs Natur- und Gewässerschutz, auf der jüngsten Sitzung des kreislichen Umweltausschusses. „Mit der Satzung wurde zum einen eine klare Regelung geschaffen, wie bei Baumfällungen konkret für Ersatz zu sorgen ist. Zudem ist damit sichergestellt, dass eventuelle Ausgleichszahlungen in die Kreiskasse und nicht an das Land fließen.“

In vielen Fällen sei eine unmittelbare Ersatzpflanzung für abgeholzte Bäume nur schwer möglich, so Lindow. „Aus diesem Grund nehmen vor allem private Bauherren oder Betriebe, die im Zuge von Bauarbeiten Bäume fällen, die Möglichkeit der Ersatzzahlung in Anspruch. Der Kreis kann diese Mittel dann für die Landschaftsgestaltung im Zuge von Ersatzpflanzungen nutzen.“ Seit Inkrafttreten der Baumschutzverordnung sind auf diesem Wege gut 104 000 Euro zusammengekommen, 2013 waren es 21 500 Euro. Die Zahlungsmoral sei diesbezüglich hervorragend, Säumige gebe es kaum, antwortete Lindow auf eine entsprechende Nachfrage aus dem Ausschuss.

Die auf Grundlage der Verordnung erzielten Einnahmen sind sämtlich in Ersatzpflanzungen und Gehölzpflege geflossen. In den Jahren 2009 und 2010 wurden 71 Verträge mit Bürgern und Kommunen sowie Betrieben, Einrichtungen und Vereinen aus dem Landkreis für die Pflege von Kopfweiden abgeschlossen und dafür nach Abnahme der Arbeiten knapp 34 000 Euro ausgezahlt. 2011 folgte das Projekt „Ein Baum für den Schulhof“, wobei mit den Ersatzzahlungen an zwölf Schulstandorten insgesamt 17 Bäume im Wert von knapp 10 000 Euro gepflanzt worden sind. Analog gab es das Programm „Baumpflanzungen auf Kita-Spielplätzen“ – 43 Einrichtungen erhielten insgesamt 40 Bäume. Die Gesamtkosten betrugen hier knapp 11 700 Euro.

Für das Jahr 2014 stehen etwa 66 000 Euro zur Verfügung. Vorgesehen ist, das Geld in die Pflege von stark bruchgefährdeten Kopfweiden zu investieren. Zudem sollen Baumreihen bzw. Alleen mit standortgerechten einheimischen Laubbäumen oder hochstämmigen Obstbäumen an Gemeindestraßen realisiert werden.

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