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Lokales

21. November 2017 | 00:15 Uhr

Prignitz-Sommer: Experiment gelungen

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erstellt am 03.Jan.2011 | 06:50 Uhr

Prignitz | Experiment gelungen. Das darf nach 20 Jahren Prignitz-Sommer gesagt werden. Auf einer gemeinsamen Tagung von Künstlern und Kulturverwaltungen 1991 geboren, ist er heute Garant für eine Fülle von Veranstaltungen im Kreis. Nicht verschwiegen werden darf allerdings, dass das Niveau der Veranstaltungen heute nicht mehr durchweg den hohen Maßstäben der Anfangsjahre gerecht wird.

Kreis, Kommunen und Land finanzieren die Reihe. "Gemeinden können pro Einwohner 51 Cent geben, wir als Kreis verdoppeln diese Summe", erklärt Simone Döring, beim Kreis zuständig für den Prignitz-Sommer. Rund 60 000 Euro gibt der Landkreis. 25 000 Euro kommen vom Land und die Sparkasse Prignitz stockt diese 145 000 Euro "mit einem nicht unerheblichen Betrag auf", sagt Döring. Über dessen Höhe ist Stillschweigen vereinbart.

Wer in den Genuss der Förderung kommt, bestimmen allein die Kommunen. "Wir wählen weder die Veranstaltung aus, noch legen wir Termine fest", stellt Simone Döring klar. Sie weise auf Überschneidungen hin. "Wir geben auch Tipps, welche Veranstaltung förderfähig sein sollte." Bindend sei all das für die Kommunen aber nicht.

Döring räumt ein, dass "früher mehr gestritten wurde, was wirklich förderfähig ist". Dorf- oder Feuerwehrfeste gehörten nicht dazu. Heute vermisse sie diese Streitkultur und sie sagt: "Wir haben mehr auf anspruchsvolle Veranstaltungen Wert gelegt." Konzerte des Babelsberger Filmorchesters fanden statt, mehr bildende Kunst war zu sehen. Allerdings gab es auch deutlich mehr Geld. In den Anfangsjahren habe das Ministerium 80 Prozent der Kosten getragen.

Ohne größere Zuschüsse sei es sicher schwer, anspruchsvolle Veranstaltungen in größerer Zahl anzubieten, es sei denn, die Kommunen seien bereit für neue Wege. "Meyenburg wird nur noch alle zwei Jahre ein Stadtfest machen", sagt Simone Döhring und sie befürwortet diesen Schritt. Dadurch werde der Veranstaltungskalender entkrampft, Geld werde frei für neue Projekte, die eine Chance verdienten. Die Prignitz-Sommer-Verantwortliche wünscht sich viele solcher Beispiele. Schon jetzt steht fest, dass sich 2011 Veranstalter gegenseitig Besucher rauben. Beispiel Wittenberge: Schützen- und Countryfest finden am gleichen Wochenende statt. Noch heftiger der 25./26. Juni: Elbebadetag, Kreis-/Kinder-Jugendsportfest, Livekonzert einer Rammstein-Coverband auf der Ölmühle, Abiball und Altberliner Cafégarten in Wittenberge buhlen um die Gunst der Gäste. Doch die können sich schwerlich zerteilen, Geld für Eintritt und Bratwurst nur einmal ausgeben.

Freie Wochenenden in der Hauptsaison gebe es nicht. Eine ehrliche Zusammenarbeit der Kommunen und Vereine könnte helfen. Gemeinsame Schützenfeste, gemeinsame Stadtfeste zum Beispiel innerhalb des Wachstumskerns sind Ideen, die Simone Döring als Anregung versteht.

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