Prignitz schöpft Konjunkturpaket aus

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24. November 2010, 08:53 Uhr

Prignitz | Der Landkreis liegt beim Umsetzen von Projekten aus dem Konjunkturpaket in Brandenburg an der Spitze. "Wir sind auf einem sehr guten Weg", konstatierte Holger Lossin, verantwortlich für die Finanzen in der Kreisverwaltung. Aus dem Finanzministerium heißt es, dass die Prignitz bis dato bereits mehr als 80 Prozent der finanziellen Mittel abgefordert habe.

Die Ergebnisse beflügeln die Konjunktur. Kreishandwerksmeister Lothar Hildebrandt spricht von vollen Auftragsbüchern. "Besonders dem Baugewerbe hat das Konjunkturpaket sehr gut getan."

Finanzhilfen in Höhe von knapp 343 Millionen Euro bekommt Brandenburg aus dem Konjunkturpaket II des Bundes. Davon stellt das Land 181 Millionen Euro pauschal für eigene Vorhaben der Ämter, Städte und Gemeinden bereit. Diesen Betrag müssen Land und Kommunen mit rund 60 Millionen Euro kofinanzieren. 8,2 Millionen Euro stehen dem Landkreis, Gemeinden und Städte aus dem Konjunkturpaket zur Verfügung. Für die Bildungsinfrastruktur, hauptsächlich die energetische Sanierung von Schulen standen etwa fünf Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung. Knapp 90 Prozent der Gelder sind bereits abgerufen, beziehungsweise sind gebunden. Ähnlich gute Ergebnisse verzeichnet der Landkreis bei den Maßnahmen der Infrastruktur. Hier standen dem Landkreis 3,2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung. Von 90 Prozent hat der Landkreis bislang Gebrauch gemacht, 41 Bauvorhaben sind hier angeschoben worden. "Dabei ging es vorrangig um Lärmschutzmaßnahmen", sagt Holger Lossin. Heute wird beispielsweise der aus den Konjunktur- und Eigenmitteln finanzierte Straßenabschnitt Ortsausgang Bärensprung bis Klärwerk der Öffentlichkeit übergeben. Die restlichen Fördermittel stehen noch bis zum 31. Dezember 2011 bereit, sofern Projekte bis Ende dieses Jahres begonnen werden, heißt es aus der Finanzverwaltung des Landkreises. Brandenburgs Finanzminister Dr. Helmuth Markov (Die Linke) ruft dazu auf, bis Ende des Jahres Projekte, die aus den verbliebenen Konjunkturmitteln finanziert werden können, anzumelden.

Kreishandwerksmeister Lothar Hildebrandt macht vor allem auch die vereinfachten Vergaberegeln für die vollen Auftragsbücher der regionalen Handwerksbetriebe verantwortlich. "Die Aufträge blieben in der Region, speziell das Baugewerbe hat davon profitiert", so Hildebrandt. Auch Elektriker, Heizungsmonteure und Firmen im Bereich Solar spüren den Aufwind. Damit sich die gute Konjunktur nicht als Strohfeuer entpuppt, hoffen er und seine Kollegen auf einen Aufschwung in der Industrie. Hier werde wieder viel investiert, sagt er.

Denn eines ist sicher: Die Kassen der Kommunen sind in den kommenden Jahren klamm, Investitionen im größeren Rahmen sind nicht zu erwarten.

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