Prignitz profitiert von Nebenstrecke

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23. November 2010, 08:44 Uhr

Falkenhagen | Güterzüge vom Gewerbegebiet Falkenhagen direkt in den Seehafen Rostock - mit Beginn des regelmäßigen Planverkehrs auf der Bahnstrecke von Karow über Krakow am See nach Primerburg bei Güstrow ist das perspektivisch möglich.

Bisher fristete die im Mai 2008 durch die Prignitzer Eisenbahn GmbH (PEG) wieder reaktivierte Strecke ein bescheidenes Dasein. Doch das wird sich jetzt mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember ändern. Dann nämlich fahren die montags bis freitags zwischen Rostock-Seehafen und Malchow verkehrenden Güterzüge nicht mehr wie bisher über Waren (Müritz), sondern nehmen den direkten Weg über Primerburg und Karow. "Damit werden die Bemühungen der PEG, Verkehre über die seit Mai 2008 wieder als öffentliche Infrastruktur in Betrieb befindliche Strecke zu ziehen, von Erfolg gekrönt", sagt Frank Brechler, Leiter Infrastruktur bei der PEG.

Zunächst werden es nur zwei Güterzüge pro Tag sein, so Brechler. "Wir wollen natürlich mehr, aber wir sind schon froh, dass wir jetzt einen planmäßigen Verkehr einrichten konnten", sagt er. Zahlreiche Instandsetzungen wurden dafür bisher seit der Streckenreaktivierung an den Bahnanlagen durchgeführt und weitere werden derzeit geplant oder realisiert. Bis zum Fahrplanwechsel soll alles fertig sein. "Das schaffen wir", gibt sich Brechler optimistisch.

Interessant sei die Strecke indes nicht nur für den Güterzugverkehr in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch für die Prignitz. "Insbesondere im Kontext der Entwicklung des Gewerbegebietes Falkenhagen, dass in der direkten Südverlängerung der Eisenbahnlinie Primerburg- Krakow am See-Karow angeschlossen ist, ist auch ein Güterverkehr aus und in Richtung Prignitz denkbar", so Brechler.

Im Rahmen des Projektes "Hub 53/12 o - Das Logistiknetz Güstrow-Prignitz-Ruppin" soll die Region zwischen Wittstock/Dosse, Pritzwalk und Meyenburg sowie Güstrow zu einem Drehkreuz für Logistikdienstleistungen im Hinterland der Ostseehäfen entwickeln. Weiterer Verkehr in die Prignitz von dieser Strecke aus hänge vom Bedarf der Wirtschaft ab, erklärt der Eisenbahner.

Ob künftig auf dieser Strecke auch wieder Personenzüge rollen, macht die PEG von der Nachfrage abhängig. "Die Strecke führt mitten durch die Mecklenburgische Seenplatte und in der Nordverlängerung bis an die Ostsee. Sollte sich der Tourismus im Land wie von der Regierung angekündigt entwickeln, dürfte auch der Personenverkehr wieder interessant werden", schätzt Brechler die Situation ein.

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