zur Navigation springen
Lokales

22. August 2017 | 18:40 Uhr

Prignitz lockt kulinarisch

vom

Prignitz | Kulinarisch will die Prignitz künftig noch mehr Besucher verführen und Touristen anlocken. Die Hoffnungen ruhen auf Wild und Rapsöl garniert mit einer deftigen Marketingstrategie. Dass es funktioniert, haben die Regionen Vorarlberg in Österreich und Südtirol in Italien bewiesen. "Zwei ausgewiesene Experten haben wir zu uns eingeladen, werden mit ihnen im September einen Erfahrungsaustausch beginnen", sagt Bodo Rückschlag, Prignitzer Geschäftsführer des Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (DEHOGA).

Aktivtourismus und regionale Kulinarik miteinander zu verbinden, sei der Kernansatz, so Rückschlag. Knieperkohl allein reiche dazu nicht aus. "Aber wir haben Wild in den Prignitzer Wäldern". Erste Gespräche mit dem Kreisjagdverband Perleberg stimmen optimistisch.

"Bisher haben die Jäger Wild meist nur in großen Mengen angeboten, aber die wenigsten Gastwirte können ein halbes oder gar ein ganzes Wildschwein abnehmen", erklärt Rückschlag. Ziel müsse sein, ein System aufzubauen, dass wunschgerecht portionierte Größen ermöglicht. Mit einem Perleberger Schlachter, der sich auf das zerlegen von Wild spezialisiert habe, könne das gelingen.

In einem zweiten Schritt sollen den Urlaubern Wurst und Brühen zum Mitnehmen angeboten werden. "Was dem Gast beim Essen mundet, kann er beim Wirt kaufen", sagt Rückschlag. In Südtirol und Vorarlberg gehe dieses Konzept seit vielen Jahren auf.

In einem ersten Schritt haben sich DEHOGA und der Jagdverband zu einer Wildwoche vom 27. bis zum 31. Oktober entschlossen. Teilnehmende Gaststätten werden auf Sonderkarten Gerichte mit heimischen Wild anbieten. Qualität in Service und Küche seien dabei eine Voraussetzung. "Vorteilhaft ist, wenn die Häuser zertifiziert sind, beispielsweise das Gütesiegel Brandenburger Gastlichkeit erworben haben", so Bodo Rückschlag.

Neben dem Wild und dem Knieper soll Rapsöl in den Mittelpunkt gerückt werden. Einen zuverlässigen Partner habe man in der Agrargenossenschaft Quitzow, die das Öl selbst presst und bereits in ihrem Hofladen anbietet.

Ziel des Projektes ist, langfristig Umsätze zu steigern und Fachkräfte im Brandenburger Gastgewerbe zu sichern. Die Konzentration liegt zunächst auf die Regionen Prignitz, Havelland und Fläming. Zielgruppe seien die Touristen, erst in zweiter Linie die heimischen Gäste.

Ein weiteres Ziel sei, eine gemeinsame Liste von Bauern, Jägern und Gastronomen zu erstellen. "Noch immer wissen zu weniger, wer welche Produkte anbietet bzw. wer was für seine Küche sucht", begründet Rückschlag.

Das Marketing werde gemeinsam mit dem Tourismusverband parallel aufgebaut. "Wir werden auf der Homepage ausführlich das kulinarische Projekt vorstellen, diese Präsentation beispielsweise mit den beschriebenen Radrouten verbinden."

zur Startseite

von
erstellt am 09.Sep.2010 | 08:41 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen