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Lokales

20. November 2017 | 15:01 Uhr

Prignitz ist bei Lehrstellen spitze

vom

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erstellt am 22.Aug.2012 | 07:52 Uhr

Potsdam | Brandenburger Betriebe bilden zu wenig aus. Drei von vier Firmen hätten keine Lehrlinge, kritisierte Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) gestern zum Start des Ausbildungsjahres. Das sei zu wenig. 4418 Jugendliche waren Ende Juli noch auf der Suche nach einer Lehrstelle. Gleichzeitig gab es laut Arbeitsministerium aber noch 4769 offene Lehrstellen. Allerdings ist die Lage auf Brandenburgs Ausbildungsmarkt regional sehr unterschiedlich. Landesweit kamen Ende Juli durchschnittlich 91 Lehrstellen auf 100 Bewerber. Für jeden Jugendlichen könnte statistisch also etwas dabei sein. Ein Ausgleich sei aber nur bedingt möglich, weil Berufswünsche nicht passen oder die Jugendlichen örtlich nicht flexibel seien, so die Arbeitsagentur. So stehen in Potsdam 145 Stellen für 100 Jugendliche zur Verfügung, in der Prignitz sind es 125 Stellen. Ein extremer Mangel an Lehrstellen existiert derzeit in der Uckermark mit 40 Lehrstellen für 100 Jugendliche und im Landkreis Spree-Neiße mit nur 46 Ausbildungsplätzen.

"Die Betriebe haben es selbst in der Hand, mit attraktiven Angeboten Jugendliche für sich zu begeistern", sagt Minister Baaske. "Aber auch die jungen Menschen müssen noch flexibler werden." Es gebe über 300 verschiedene Ausbildungsberufe allein in Brandenburg. Da lohne es sich, über den Tellerrand zu schauen, sagte der Minister.

Die Uckermark hat schon seit Jahren mit zu wenigen Ausbildungsstellen zu kämpfen, sagte die Sprecherin der Eberswalder Arbeitsagentur, Sabine Endmann. Die Strukturschwäche der Region werde dabei deutlich. Den 1155 gemeldeten Jugendlichen stünden 463 Ausbildungsplätze gegenüber, von denen 165 noch nicht besetzt seien. "Vor Jahren sah es noch viel schlechter aus", so Endmann. Verschärft werde die Lage in diesem Jahr aber durch den doppelten Abiturjahrgang.

In der Prignitz, die nach der Landeshauptstadt die zweitbeste Lehrstellenquote im Land hat, sind 386 Stellen gemeldet, aber nur 309 suchende Jugendliche. Die Stellen verteilen sich gleichmäßig auf meist kleine Betriebe vom Handwerk über Autohäuser und Gastronomie bis zum Handel, so die Sprecherin der Arbeitsagentur Neuruppin, Maren Höncke. Zu den Vorjahren gab es keine drastischen Veränderungen. Unklar ist, warum die Zahl der suchenden Jugendlichen im Verhältnis zur Einwohnerzahl relativ gering ausfällt.

Ein wichtiges Thema ist aus Sicht des Arbeitsministers die Bezahlung. Die durchschnittliche Ausbildungsvergütung lag im Jahr 2011 in Ostdeutschland bei monatlich 642 Euro. Im Westen wurden 708 Euro gezahlt. Baaske forderte deshalb eine Lohnangleichung. Zugleich müssten weitere Ausbildungsplätze geschaffen werden, auch wenn im vergangenen Jahr landesweit über 40 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt blieben, so Baaske. Nur so seien die Jugendlichen zu halten.

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