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Lokales

19. August 2017 | 00:17 Uhr

Prignitz hat höchsten Krankenstand

vom

Perleberg | Im Bundesvergleich ist das Land Brandenburg im DAK-Gesundheitsreport 2010 beim Krankenstand "Spitzenreiter". In der Mark wiederum liegt die Prignitz ganz vorn. Mit 4,7 Prozent hatte die Region im Landesvergleich die meisten Ausfalltage. Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 47 krankgeschrieben, 13 mehr als bundesweit. Den niedrigsten Krankenstand in Brandenburg hatte mit 3,7 Prozent Potsdam.

Den deutlichsten Anstieg gab es in der Prignitz bei Erkrankungen des Kreislaufsystems mit 58,7 Prozent, auch die Atemwegserkrankungen legten als Ursache für Krankschreibungen deutlich zu (fast 30 Prozent). Zugenommen haben wiederum psychische Erkrankungen. Die häufigste Diagnose für Arbeitsunfähigkeit blieben Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie Rückenschmerzen.

Die Zahlen der DAK, so Peter Würtz, Leiter des Servicezentrums in Perleberg, widerspiegeln letztendlich einen allgemeinen Trend. Wolfgang Korzen, Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Prignitz gGmbH, bestätigte, dass er beispielsweise von der Barmer-Ersatzkasse ähnliche Fakten aus deren Erhebungen kenne. Die Versichertenstrukturen hätten sich zudem in den vergangenen Jahren durchmischt, so dass man allein aus den Zahlen der DAK sehr gut allgemeine Entwicklungen ablesen könne, so Würtz.

Das beziehe sich auch auf das Schwerpunktthema, das sich die Krankenversicherung in diesem Jahr setzt: Schlafstörungen. DAK-Befragungen zufolge quälen sich in Brandenburg fast täglich mehr als 94 000 Erwerbstätige übermüdet durch ihren Arbeitsalltag, haben schwere Schlafstörungen. "Die Menschen leisten dadurch nicht nur weniger. Sie verursachen auch mehr Unfälle und gefährden ihre Gesundheit", konstatiert Würtz.

Analysen der Krankmeldungen zeigen, dass die Zahl der Ausfalltage aufgrund von Ein- und Durchschlafstörungen in Brandenburg zwischen 2005 und 2009 um 25 Prozent stiegen. Die Ursachen sind vielfältig. Für 40 Prozent der Betroffenen sind Stress und Belastungen die schlimmsten "Schlafkiller".

Erschwerend kommt hinzu, dass die Prignitz was Schlafdiagnostik und -medizin angeht, ein weißer Fleck ist. Die nächsten Behandlungsmöglichkeiten befinden sich in Stendal, Schwerin und Neuruppin - mit Wartezeiten von fünf bis sechs Monaten. "Wir wollen in diese Richtung investieren, die Schlafmedizin am Kreiskrankenhaus etablieren", blickte Wolfgang Korzen gestern bei der Vorstellung des Gesundheitsreports voraus.

Auf diesem, wie auch auf anderen medizinischen Gebieten, räumen sowohl Krankenversicherer als auch Ärzte der Prävention einen wichtigen Part ein. Dabei spielt das Gesundheitsmanagement in Unternehmen eine zunehmend wichtige Rolle. Die Realität betrachten die Fachleute jedoch nüchtern, denn die Mittel für präventive Maßnahmen, so Würtz und Korzen, würden stets und ständig weiter eingekürzt.

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erstellt am 21.Sep.2010 | 08:28 Uhr

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