Prignitz bleibt ohne Hospiz

Die Hände einer Schwester halten in einem Hospiz die Hand einer Patientin. ddp
Die Hände einer Schwester halten in einem Hospiz die Hand einer Patientin. ddp

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30. November 2009, 09:09 Uhr

Prignitz | In den letzten Jahren hat die Hospizbewegung in Brandenburg eine beachtliche Entwicklung genommen. Bis heute haben sich 24 von den Krankenkassen finanzierte ambulante Hospizdienste sowie sieben stationäre Hospize etabliert, ein weiteres entsteht gegenwärtig in Potsdam.

Hospiz steht für ganzheitliche Sterbe- und Trauerbegleitung, will das Sterben wieder in das Leben integrieren, Betroffenen und Angehörigen Hilfe geben auf dem letzten Weg. Ein wichtiges Thema auch beim 1. Brandenburger Krebskongress Ende der Woche in Potsdam, wo es speziell um die Palliativversorgung ging.

Im Landkreis Prignitz bieten zwei Träger ambulante Hospizdienste an: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Caritas. Ambulant heißt, im Ehrenamt betreuen Frauen und Männer Sterbende und ihre Angehörige, wenn diese es wünschen. Beim DRK nehmen 32 ehrenamtlich Engagierte diese Aufgabe wahr, bei der Caritas sind es 30.

Was fehlt, ist eine stationäre Einrichtung, macht Hartmut Watschke, stellvertretender Geschäftsführer des DRK Prignitz, deutlich. Denn gerade die ländliche Prignitz habe eine immer älter werdenden Bevölkerung zu verzeichnen, liege zudem am äußersten nordwestlichen Rand Brandenburgs. Das nächstgelegene brandenburgische stationäre Hospiz befindet sich in Neuruppin. Watschke kann sich durchaus eine trägerübergreifende Zusammenarbeit für die Einrichtung eines stationären Hospizes in der Prignitz vorstellen. Doch die Weichen dafür scheinen zumindest in absehbarer Zeit nicht gestellt.

"Die mit dem neuen Standort Potsdam derzeit zur Verfügung stehenden Betten in der stationären Hospizversorgung werden seitens der Krankenkassen und der Landesregierung als ausreichend erachtet", teilt Jens-Uwe Schade, Pressesprecher des Potsdamer Gesundheitsministeriums, auf "Prignitzer"-Nachfrage mit. Basis für die derzeitigen Vertragsabschlüsse zwischen den Trägern der Einrichtung und den Krankenkassen im Land Brandenburg seien "die Empfehlungen des Gutachtens zur Weiterentwicklung der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen in Brandenburg aus dem Jahr 2005", fügt Schade ergänzend hinzu und verweist auf die Möglichkeiten der ambulanten Hospizdienste.

Deren Anzahl steige im Land, bestätigt auch Watschke. Allerdings blieben die Zuschüsse der Krankenkassen gleich. Und so sei das DRK Prignitz dankbar, schon seit Jahren Unterstützung vom Landkreis zu erhalten, mit der die Sachkosten wie beispielsweise Fahrkosten für die ehrenamtlich Tätigen bestritten werden könnten.

So gut und wichtig der ambulante Hospizdienst ist, er kann nicht in jedem Fall den stationären ersetzen. Und für Prignitzer Betroffene ist der Weg nach Neuruppin dann ziemlich weit. Länderübergreifend bleibt der Weg nach Stendal. Dort gibt es das Evangelische Hospiz. Mecklenburg-Vorpommern bietet keine nahe Möglichkeit, denn das nächste befindet sich in Rostock, in Niedersachsen in Celle.

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