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Lokales

13. Dezember 2017 | 00:40 Uhr

Prignitz 2011: Alles wird gezählt

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erstellt am 26.Mai.2010 | 09:04 Uhr

Prignitz | Zum 1. Oktober dieses Jahres soll die Erhebungsstelle im Landkreis Prignitz eingerichtet sein. Sie wird für die Volkszählung benötigt, die bis zum 30. Juni 2012 bundesweit abzuschließen ist und als Zensus 2011 bezeichnet wird.

"Laut einer EU-Verordnung vom 9. Juli 2008 sind alle Mitgliedsstaaten der europäischen Union verpflichtet, Daten nach einem festgelegten Katalog zu erheben, um sie europaweit vergleichbar zu machen", erklärt Dorit Lugowski, im Landkreis zuständig für Statistik. Sie bereitet die Volkszählung in der Prignitz vor.

Zwar sei das Landesausführungsgesetz dafür bislang nur vom Potsdamer Kabinett, aber noch nicht vom brandenburgischen Landtag beschlossen, aber in Potsdam geht man schon von rund 33 Millionen Euro aus, die die Volkszählung im Land kosten werde. Das Prozedere sei auch sehr aufwändig, macht Dorit Lugowski deutlich. Denn nicht nur die Daten der Einwohnermeldeämter würden zu einem bestimmten Stichtag an den Landesbetrieb für Statistik gemeldet, sondern auch die zuständigen Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit meldeten die Daten. Weitergeleitet würden ebenso die Daten für die Beamten, die in den jeweiligen Verwaltungen erfasst seien. "Werden bei diesen Meldungen Unstimmigkeiten festgestellt, beispielsweise was Adressen anbelangt, muss das bereinigt werden. Bei zu großen Widersprüchen müssen Erhebungsbeauftragte vor Ort Erkundigungen einziehen", erläutert Dorit Lugowski.

Schon jetzt gebe es Differenzen zwischen den Zahlen der Einwohnermeldeämter und dem Statistischen Landesbetrieb Berlin-Brandenburg. Die letzte Volkszählung fand in den Altbundesländern 1987 statt, in der ehemaligen DDR 1981. Mit dem Zensus 2011 erfolge auch eine Wohnungs- und Gebäudezählung, würden Eigentümer laut vorhandener Adressen vom Landesamt für Statistik angeschrieben. Auch hier müssten bei Ungenauigkeiten Erhebungsbeauftragte nachprüfen.

"Und dann gibt es noch den Mikrozensus, das heißt die stichprobenartige Erfassung. In unserem Kreis kommen rund 11 600 Personen in die Stichprobe, was heißt, dass ihnen verschiedene Fragen zu ihren Lebensumständen gestellt werden wie zum Einkommen oder zum Bildungsabschluss", beschreibt Dorit Lugowski. Das diene der Ermittlung der sozialen Struktur im Kreis.

Die Landkreis-Mitarbeiterin rechnet mit etwa 100 Erhebungsbeauftragten, die für die Volkszählung in der Prignitz benötigt werden. Dazu sei eine Erhebungsstelle einzurichten und mit zwei bis vier Personen zu besetzten, darunter ein Leiter und sein Stellvertreter. Diese Stellen würden ausgeschrieben. Die Beauftragten dagegen arbeiteten ehrenamtlich, erhielten eine Aufwandsentschädigung. Sie könnten sich natürlich ausweisen, so Dorit Lugowski, "denn die Bürger sind ihnen gegenüber auskunftsverpflichtet". Die Erhebungsbeauftragten seien zur Verschwiegenheit verpflichtet, wie überhaupt die statistische Geheimhaltung und der Datenschutz bei der Volkszählung "ganz hoch angebunden ist".

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