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Ehrensalut in Wismar : Premiere für die Kanonenbauer

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Ordentlich gekracht hat es schon mehrmals am Wismarer Standort der Schottel GmbH. Doch der jüngste Ehrensalut aus einer der beiden 93 Millimeter-Salut-Kanonen, dürfte gewiss der bisher lautstärkste gewesen sein.

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erstellt am 13.Nov.2013 | 09:51 Uhr

Ordentlich gekracht, mit behördlicher Genehmigung versteht sich, hat es schon mehrmals am Wismarer Standort der Schottel GmbH an der Kanalstraße. Doch der jüngste Ehrensalut aus einer der beiden 93 Millimeter-Salut-Kanonen, dürfte gewiss der bisher lautstärkste gewesen sein. Der Grund: Die Akteure der Arbeitsgemeinschaft Kanonenbau (AG) weihten vor Publikum zwei Vorderladerkanonen auf Schiffslafetten ein. Und sie ließen so, aufgrund des lautstarken Spektakels, keinen Zweifel an der Funktionstüchtigkeit der beiden "Donnerrohre" aufkommen. Einen akustisch deutlicheren Auftakt zum diesjährigen Herbstfest der Belegschaft hätte es wohl kaum geben können.

"Angefangen haben wir vor etwa drei Jahren und der Enthusiasmus der Beteiligten, von der technischen Zeichnerin bis hin zum Schweißer war genauso groß, wie damals bei den Koggengeschützen", weiß Hartmut Schießer noch genau. Und der darf als Geschützmeister im Ehrenamt als einer von wenigen damit umgehen, nachdem er bereits vor etlichen Jahren die Qualifikation erwarb. Schließlich kann niemand so einfach explosives Pulver erwerben, damit herumhantieren und geschweige denn Kanonen zum Abschuss bringen.

Nach der Fertigstellung von zwei Relinggeschützen, so genannte Drehbassen, die seit 2006 als Geschenk auf der Kogge "Wissemara" installiert sind, gelten die beiden jüngsten Exponate zweifelsfrei als bisheriges Meisterstück von engagierten und hoch qualifizierten Schottel-Mitarbeitern. Denn diejenigen, die "im richtigen Leben" für die Herstellung modernster und international gefragter Schiffsantriebe zuständig sind, investierten dafür viel Freizeit. Doch ohne Unterstützung durch die Unternehmensleitung und weiterer Firmen wäre dies nicht möglich gewesen, hieß es dazu weiter.

Allerdings kam den Hobby-Kanonenbauern ein besonderer Umstand zu Hilfe, eine nicht mehr verwendungsfähige, tonnenschwere Schiffsschraubenwelle mit bereits vorhandener Innenbohrung. Daraus resultiert letztendlich besagtes Kaliber. Mit dieser schwergewichtigen Basis war die Voraussetzung für den Bau zweier Schiffs-Lafettengeschütze gegeben.

"So wie einstige Originale aus frühesten Zeiten, wollten wir zunächst die Lafetten stilgerecht aus Holz fertigen lassen, doch das war vom Kostenfaktor für uns nicht erschwinglich", erklärt Schießer weiter. Denn allein für diese Arbeit einer Fremdfirma waren für Material und Anfertigung gut 5000 Euro veranschlagt worden. Also haben sich die AG-Leute für eine Metall-Eigenausführung entschieden. Das allerdings machte die beiden Objekte mehr als eine halbe Gewichtstonne schwer, konkret jeweils 630 Kilo. Damit sind die Salutgeschütze ungeachtet ihrer vier Räder recht schwer zu bewegen. Für Mobilität kann da nur ein Gabelstapler sorgen. Damit ergibt sich zwangsläufig die Frage nach dem künftigen Verwendungszweck. Der ist zumindest bereits dahingehend geklärt, dass ein Objekt als Präsentationsstück im Unternehmen verbleibt.

Das zweite Geschütz soll dem öffentlichen Interesse der Hansestadt dienen. Gedanken dazu gibt es bereits. "Wir könnten uns zum Beispiel vorstellen, dass es in der Spitze des alten Hafens den künftigen Kreuzfahrtschiffen und deren Gästen einen würdigen Willkommens- und Abschiedsalut entbietet", so einige der Ideen von Hartmut Schießer und seinen Freunden.

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