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Lokales

23. September 2017 | 13:03 Uhr

Praktische Arbeit als Schwerpunkt

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erstellt am 27.Okt.2010 | 08:47 Uhr

Kessin | Beim ersten Produktionsschultag in MV haben sich gestern die sechs Einrichtungen des Landes in der Neubrandenburger Straße 5a mit Schülern, Konzepten und Produkten der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort befindet sich die Hanse Produktionsschule Rostock (HPS), die ihr fünftes Jubiläum feierte. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) trat als Schirmherr auf und bezeichnete solche Schulen als "bildungspolitischen Exportschlager". 337 Schüler besuchen die sechs Einrichtungen. 75 Prozent von ihnen kommen ohne Schulabschluss und erwerben den oft nebenbei. Etwa 60 Prozent beginnen im Anschluss eine Ausbildung, kommen in Arbeit oder qualifizieren sich. Zu ihnen zählt Christin Ammer. Die 18-Jährige besuchte ein Jahr die HPS, fing im Bereich Hauswirtschaft an und entdeckte im Laufe der Zeit, dass sie mehr Interesse für den handwerklichen Bereich und dort speziell für den Werkstoff Metall hegt. Das Interesse hatte Folgen. "Ich erlerne einen Metallberuf", sagt sie.

Das Angebot für Jugendliche mit Problemen beim Übergang von Schule zu Beruf orientiert sich an dänischen Bildungskonzepten. "Jede Schule hat ihr eigenes Profil, aber die Pädagogik hat eine gemeinsame Grundlage", sagt Dr. Barbara Hülsmeyer. Überall wird Lernen und Arbeiten sehr eng verknüpft, die Schüler werden mit betriebsähnlichen Strukturen vertraut gemacht, der Alltag wird gemeinsam gestaltet. Vorrang vor Schulischem hat das soziale Lernen, die praktische Arbeit gilt als Erfolgsmethode. "Die Schüler lernen den gesamten Weg von der Idee für ein Produkt bis zur Kalkulation, Herstellung und Vermarktung kennen", sagt Hülsmeyer. Der Verkauf der Produkte hilft bei der Finanzierung der Einrichtungen. In Rostock soll die Unterstützung von 23 000 auf künftig 40 000 Euro jährlich aufgestockt werden. Diese Empfehlung will Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) der Bürgerschaft geben. Den Anstieg der gesellschaftlichen Akzeptanz lobte Dr. Ulrich Seidel, Beiratsvorsitzender der HPS Rostock. Zum konzeptionellen Ansatz aller Produktionsschulen gehört auch eine Vernetzung mit anderen Trägern. Die HPS Rostock baut für das Betreute Wohnen Möbel.

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