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Postume Ehre für Güstrower "Kämpfer der ersten Stunde"

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erstellt am 28.Okt.2010 | 08:21 Uhr

Güstrow | Die Güstrower Stadtvertretung hat gestern Abend bei einem öffentlichen Festakt anlässlich "20 Jahre Deutsche Einheit" im Bürgerhaus dem Güstrower Eberhard Beyer postum die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Das Stadtparlament hatte im September auf Antrag seines Präsidenten Günter Wolf (CDU) einstimmig den Beschluss gefasst, den 2004 im Alter von 73 Jahren verstorbenen Beyer zum Ehrenmitglied der Stadtvertretung zu machen. Witwe Heidemarie Beyer nahm gestern die Urkunde von Wolf entgegen.

Eberhard Beyer war als Mitglied im Neuen Forum und Mitbegründer der SDP, die später in der SPD aufging, ein "Kämpfer der ersten Stunde" und aktiv an der Wende vor 20 Jahren in Güstrow beteiligt. Er wirkte darüber hinaus über viele Jahre ehrenamtlich als Kommunalpolitiker in der Barlachstadt Güstrow. 1990 bis 2004 war er Mitglied der Stadtvertretung, von 1994 bis 2001 deren Präsident. Beyer habe sich zudem auf politischem und sozialem Gebiet hohe Verdienste erworben und das Ansehen der Stadt und ihrer Bürger gestärkt und geprägt, so Günter Wolf.

Heidemarie Beyer, langjährige SPD-Landtagsabgeordnete, freute sich über die postume Anerkennung ihres Mannes: "Auch mein Mann hätte sich über diese Ehrenmitgliedschaft gefreut. Er hat aber nichts der Ehre wegen getan, sondern er liebte diese Stadt und hat sich sein ganzes Leben für die Menschen hier engagiert." Günter Wolf hob in seiner Laudatio hervor, dass Eberhard Beyer über die Parteigrenzen hinweg für Güstrow gewirkt habe. "Und nichts drückt besser aus, was für ihn wichtig war, als das Motto über seiner Haustür in der Hageböcker Mauer: ,Baut Häuser, pflanzt Bäume und sucht der Stadt Bestes", sagte Wolf.

Den Festvortrag zu "20 Jahre Deutsche Einheit" hielt gestern der Güstrower Stadtvertreter Gerhard Jakob (Güstrower Wählerbund). Mit der Wiedervereinigung habe eine unhaltbare Trennung, die nur durch Gewalt und Schießbefehl aufrecht erhalten werden konnte, durch Gewaltlosigkeit geendet, so Jakob. Für viele sei der Wandel schmerzhaft gewesen, aber der Großteil habe ihn als Herausforderung begriffen. "Sowohl der innere, wie auch der äußere Einigungsprozess ist erstaunlich besser gelungen, als es Ewig-Gestrige wahrhaben wollen", stellte Jakob fest. Für ihn haben heute "alle Floskeln über Ossis und Wessis ihre Wertigkeit verloren".

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