Lastwagen legt Verkehr auf B 104 lahm : Polnischer Brummi landet im Graben

Foto: Volker Bohlmann
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Die Bundesstraße 104 entwickelt sich zum Nadelöhr. In dem kurvenreichen Abschnitt Rehna-Schönberg krachte gestern gegen 7.30 Uhr erneut ein Brummifahrer aus Polen mit seinem Lastzug in den Straßengraben.

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15. November 2010, 08:17 Uhr

Rehna | Die Bundesstraße 104 entwickelt sich zum Nadelöhr. In dem kurvenreichen Abschnitt Rehna-Schönberg krachte gestern gegen 7.30 Uhr erneut ein Brummifahrer aus Polen mit seinem Lastzug in den Straßengraben. Im Ergebnis gab es seit Donnerstag die zweite Vollsperrung auf der B 104. Dabei hatte der Fahrer Glück und zog sich keinerlei Verletzungen zu.

Völlig aufgerissen präsentierte sich allerdings die Straßenbankette. Aufgrund der schwergewichtigen Ladung - 23 Tonnen Hartfaserplatten - schob sich der Laster in den mit Wasser angestauten Straßengraben. Der Fahrer hatte keine Chance, sein Fahrzeug auf dem aufgeweichten Bankette unter Kontrolle zu bringen. Beamte des Polizeireviers Gadebusch und der Bundesstraßenmeisterei sicherten die Unfallstelle großräumig ab. Folglich hieß es bereits am Gewerbegebiet Rehna: Bitte wenden!

Mitarbeiter vom Unternehmen Pell aus Selmsdorf starteten in den Mittagsstunden mit der Sicherung des Ladegutes vom verunglückten polnischen Lastzug. "Der sollte eigentlich noch bis Skandinavien rollen", so ein Polizist vor Ort. In der Zwangspause knapp einen Kilometer vor Roduchelstorf kamen die Paletten mit den Hartfaserplatten für dänische Firmen vorerst auf den Asphalt. Ein in Polen georderter Lastzug soll diese später wieder aufnehmen. Gegen 15.30 Uhr meldete das Abschleppunternehmen Pell den Start der Umladeaktion. Experten rechnen jetzt mit einer Verlängerung der Vollsperrung um weitere vier Stunden.

Die Polizei hält eine Zunahme derartiger Unfälle für nicht ausgeschlossen. Dafür sprechen nicht allein die beiden Unfälle, die sich innerhalb einer Woche auf dem besagten Abschnitt ereigneten. Vielmehr sei das hohe Verkehrsaufkommen spürbar. Einsatzkräfte sprachen von circa 70 bis 80 Lkw, welche noch vor der Vollsperrung die Unfallstelle am frühen Morgen passierten.

Nicht ausgeschlossen scheint, dass Brummifahrer die für den europäischen Markt bestimmte Waren verstärkt auf Verkehrswege wie die B 104 gen Norden transportieren. So lassen sich Mautstationen auf Autobahnen und die für schwere Brummis eingeführte teilweise Sperrung der Bundesstraße 5 umfahren.

Das Schweriner Verkehrsministerium äußerte sich gestern nicht zum Thema Brummiverkehr. Seit vergangener Woche gibt es aber zwischen Grabow und Ludwigslust für Fahrzeuge über zwölf Tonnen ein Fahrverbot auf der B 5. Dieses hat Schwerins Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) erlassen. Er reagierte damit auf die Sperrung der B 5 in Schleswig-Holstein. Dort dürfen zwischen Lauenburg und Geesthacht ebenfalls keine Brummis mehr fahren. Anwohner klagen dort über eine Zunahme des Verkehrs und begründen das mit einer Mautflucht.

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