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Lokales

23. November 2017 | 19:52 Uhr

Polizisten ohne Internet-Zugang

vom

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2011 | 05:37 Uhr

Schwerin | Während bei der Hamburger Polizei jeder Mitarbeiter bis zum Mai einen Arbeitsplatz mit Internetanschluss erhalten soll, ist das in Mecklenburg-Vorpommern gegenwärtig nicht geplant. Wie die Sprecherin des Innenministeriums in Schwerin, Marion Schlender, auf Nachfrage mitteilte, sei es nicht in allen Teilen des Bundeslandes derzeit technisch möglich, problemlos einen DSL-Anschluss zu installieren: "Insoweit unterscheidet sich die Situation in dem Flächenland Mecklenburg-Vorpommern von der im Stadtstaat Hamburg", sagte sie. Wie Schlender zudem informierte, verfügen alle Reviere im Nordosten und alle Kriminalkommissariate innerhalb der Polizeiinspektionen über zumindest einen Internetanschluss.

Nichtsdestotrotz solle aber "die Versorgung mit Internetanschlüssen auch in Zukunft weiter verbessert werden". Dazu wolle das Innenministerium für die kommende Haushaltsplanung entsprechende Mittel anmelden. In welcher Höhe sei noch offen. 2009/2010 habe die Polizei für Informationstechnik über einen Haushaltsansatz von 10,3 beziehungsweise 10,5 Millionen Euro verfügt. Einen persönlichen Internetzugang für jeden Polizisten in MV gebe es derzeit nicht. Aber: Jeder Polizeibeamte, der für seine Arbeit auf das Internet zugreifen müssen, können dies auch, versicherte Schlender.

In Hamburg hatte Polizeipräsident Werner Jantosch angekündigt, dass rund 6500 Computer mit einem Netzzugang ausgestattet werden. Die Kosten sollen bei etwa 250 000 Euro im Jahr liegen.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in MV, Michael Silkeit, schätzte unterdessen ein, dass die Versorgung der Beamten mit Internetanschlüssen "immer noch nicht ausreichend, aber derzeit viel Bewegung drin ist." Mit der Einführung des Digitalfunks und der Einrichtung neuer Einsatzleitstellen sowie dem Neubau von Polizeidienststellen in diesem Jahr sähe man nun "Licht am Ende des Tunnels".

Sowohl Silkeit als auch Schlender verwiesen auch auf die landesweite polizeiinterne Kommunikation, die über das Lapis-Netz (Landesweites-Polizei-Infomations-System) ausgeführt wird. "Dies ist die polizeiinterne Plattform, auf der alle polizeilich relevanten Informationen ausgetauscht werden. Jeder Polizeibeamte in MV hat Zugriff auf einen solchen Lapis PC", sagte Schlender. Über das Lapis Netz werde der gesamte polizeiinterne Mailverkehr realisiert. Es bestehe aber auch dort die Möglichkeit, Mails ins "offene" Internet zu senden und zu empfangen.

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