Nach der Bedrohung des Bürgermeisters von Lalendorf : Polizeischutz rund um die Uhr

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Der Bürgermeister von Lalendorf (Landkreis Güstrow), Reinhardt Knaack (Linke), steht seit der Bedrohung durch Rechtsextreme unter ständigem Polizeischutz. Weitere Sicherungsmaßnahmen wurden eingerichtet, hieß es.

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07. Dezember 2010, 08:33 Uhr

Güstrow | Der Bürgermeister von Lalendorf (Landkreis Güstrow), Reinhardt Knaack (Linke), steht seit der Bedrohung durch Rechtsextreme unter ständigem Polizeischutz. Wie das Innenministerium gestern auf Anfrage bestätigte, steht ein Posten rund um die Uhr vor dem Haus des Bürgermeisters. Weitere Sicherungsmaßnahmen wurden eingerichtet, hieß es. Der Polizeischutz soll auch für die nächsten Tage beibehalten werden.

Als Reaktion auf die Attacken fand am Montagnachmittag eine Hausdurchsuchung bei dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der NPD, David Petereit, statt. Dabei wurde Bild- und Videomaterial von der Aktion der Rechtsextremen gegen den Bürgermeister und die Polizei als Beweismittel sichergestellt. Der richterliche Durchsuchungsbeschluss wurde mit Ermittlungen wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte begründet.

Eine Gruppe von mehr als zehn Rechtsextremen hatte am Sonntag in Lalendorf Handzettel gegen Bürgermeister Knaack verteilt und war plötzlich auf dem Grundstück des Gemeindeoberhaupts aufgetaucht. Die Polizei beendete diese Bedrohungssituation. Bei der tätlichen Auseinandersetzung setzten die Beamten Pfefferspray ein. Zwei Polizisten sollen zudem die Dienstwaffe gezogen haben, um die Angreifer in Schach zu halten. Auf einer auf Petereit zugelassenen Internetseite ist ein Bild veröffentlicht, das ein Dutzend zum Teil vermummte Rechtsextremer in Pose vor dem Privathaus des Bürgermeisters zeigt.

Reinhard Knaack hatte sich bis zuletzt geweigert, einer rechtsextremen Familie eine Ehrenurkunde des Bundespräsidenten Christian Wulff und eine Prämie von 500 Euro zur Geburt des siebten Kindes zu überreichen.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat die Bedrohung des Bürgermeisters als "rechtsextremistischen Terror" verurteilt. Nur dank eines schnellen und energischen Einsatzes der Polizei sei verhindert worden, dass Rechtsextremisten den Bürgermeister attackierten. Die rechtsextreme NPD spricht dagegen von einer überzogenen Aktion der Polizei.

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