Polizei warnt vor Euro-Blüten

Im Zusammenhang mit  Falschgeld raten Polizei und Banken:  Schauen Sie sich Ihr Geld genau an! Achten Sie dabei nicht nur auf den Gesamteindruck, sondern konzentrieren Sie sich ganz bewusst auf die Sicherheitsmerkmale.  Thorsten Meier/Archiv
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Im Zusammenhang mit Falschgeld raten Polizei und Banken: Schauen Sie sich Ihr Geld genau an! Achten Sie dabei nicht nur auf den Gesamteindruck, sondern konzentrieren Sie sich ganz bewusst auf die Sicherheitsmerkmale. Thorsten Meier/Archiv

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28. Februar 2010, 06:11 Uhr

Ludwigslust | Wer bei seinem Geld nicht vorsichtig genug ist, dem blüht im wahrsten Sinne des Wortes etwas: denn immer häufiger sind gefälschte Euroscheine , sogenannte "Blüten", im Umlauf. Jetzt sind sie in zwei Fällen in Neustadt-Glewe aufgetaucht und zur Anzeige gebracht worden.

Professionellen Fälschungen werden von Osteuropa bis nach Italien hergestellt. Teilweise sogar in legalen Druckereien. Dabei arbeiten die Fälscher mit normalem Offsetdruck. Tagsüber werden Glückwunschkarten gedruckt und nachts das Falschgeld.

Falschgeld wird hierzulande oft mit Farbscanner hergestellt

In Deutschland würde es solche Falschgeld-Druckereien allerdings nicht geben, sagt Christian Eichwitz. "Blüten", wie die Kopien im Volksmund hießen, würden hier meist mit dem Farbscanner kopiert und dann weiterverarbeitet. Der Ludwigsluster Revierleiter hatte kürzlich selbst einen gefälschten Zehn-Euro-Schein in der Hand. "Auf den ersten Blick sah diese Kopie gar nicht mal schlecht aus. Der Schein war so fein zerknittert, das er sich täuschend echt anfühlte", erinnert sich der Polizeioberrat. Doch beim näheren Hinsehen enttarnte das Hologramm die schlechte Fälschung. Durch genaues Hinschauen seien auf diese Weise gefälschte Scheine auch für das ungeschulte Auge leicht zu erkennen.

"Der falsche Zehn-Euro-Schein war am 22. Februar in Neustadt-Glewe in einem Discounter aufgetaucht. Schon zwei Tage zuvor war dort ein gefälschter Fünfziger beim Auszählen am Abend entdeckt worden", berichtet Eichwitz weiter und rät: Wenn man Geld als Falschgeld erkannt habe, solle man bitte sofort die Polizei benachrichtigen. "Denn Falschgeld, das auffliegt, bekommt man nicht ersetzt, es wird ersatzlos eingezogen. Gibt man Falschgeld weiter, macht man sich übrigens selbst strafbar. "

Der in Deutschland durch Falschgeld entstandene Schaden ist im ersten Halbjahr 2009 weiter gesunken. Die Deutsche Bundesbank registrierte in diesem Zeitraum eine Schadenssumme von rund 1,6 Millionen Euro nach 1,7 Millionen Euro im zweiten Halbjahr 2008. Grund für diese Entwicklung sei der deutliche Rückgang an Fälschungen von 100- und 200 Euro-Banknoten. Allerdings sei die Anzahl falscher Euro-Banknoten im gleichen Zeitraum mit 24.344 um rund 17 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Halbjahr gestiegen. Dabei steigt die Anzahl der gefälschten 20-Euro-Scheine schon seit Anfang vergangenen Jahres kontinuierlich an. Zwar ist der 50-Euro-Schein immer noch der am häufigsten gefälschte, aber der 20-er holt langsam auf.

Fälscher orientieren sich an Geld, das häufig im Umlauf ist

"Geldfälscher orientieren sich an den Scheinen, die am häufigsten im Umlauf sind und am häufigsten von einem Automaten ausgespuckt werden", erklärt Christian Eichwitz. Waren es früher hauptsächlich 50-Euro-Scheine, die aus den Geldautomaten kamen, seien es heute mehr Zehn- und 20-Euro-Scheine, erklärt der Beamte diesen Wandel. Außerdem würden kleinere Euro-Scheine weniger auf ihre Echtheit geprüft als große. Gefälschte Euroscheine seien aber nicht lange im Umlauf, weiß der Polizist. "Das Geld geht maximal durch zwei Hände. Dann läuft es über eine Ein- oder Auszahlung durch einen Geldautomaten, der das Falschgeld einzieht. Oder wird von Kassierern entdeckt."

Allerdings liegt Deutschland mit dem im Zahlungsverkehr gefundenen Falschgeld nach Angaben der Deutschen Bundesbank weit unter dem europäischen Durchschnitt. Einmal in tausend Jahren - so hoch liege die Chance für einen Bürger, eine gefälschte Banknote in den Händen zu halten. Theoretisch.

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