Polizei sucht weiter nach Vandalen

Ramona Ramsenthaler
Ramona Ramsenthaler

Zum Teil sind die Vandalismus-Schäden an der "KZ-Gedenkstätte ehemaliges Lagergelände" an der B106 bereits beseitigt. Viele Besucher haben in der vergangenen Woche selbst mit angepackt. Konkrete Hinweise auf Täter gibt es bislang keine. Die Spuren am Tatort lassen laut Polizei keine Rückschlüsse auf eine politische Richtung zu.

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15. Juli 2009, 11:03 Uhr

Wöbbelin | Herausgerissene Holzfiguren, eine zertretene Blumenschale und beschädigte Informationstafeln - als Ramona Ramsenthaler am vergangenen Mittwoch die "KZ-Gedenkstätte ehemaliges Lagergelände" besuchte, bot sich ihr ein Bild der Zerstörung (wir berichteten). Eigentlich war die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin gekommen, um Gäste über das Gelände zu führen. Doch stattdessen musste sie eine Schadensbilanz ziehen. "Das ist vor allem deshalb bedauerlich, weil ehrenamtliche Helfer die Holzfiguren erst im April neu eingesetzt hatten", sagt Ramona Ramsenthaler. Und auch die Fotos auf den Infotafeln seien neu gewesen.

Abgesehen von kleineren Vorfällen, wie beschmierten Infotafeln oder einzelnen umgekippten Holzfiguren, habe es hier bislang noch keinen Vandalismus, keine Schändung gegeben, so die Leiterin. An den KZ-Gräbern in Wöbbelin dagegen schon. 2002 sei das Denkmal des Rostocker Künstlers Jo Jastram, das an die Todesmärsche erinnert, mit einem roten Hakenkreuz beschmiert worden. Außerdem seien Arme und Beine der Figuren abgeschlagen und ein Schweinekopf hinterlassen worden. Genauso wie die Verursacher der damaligen Schäden sind auch die der jüngsten unbekannt. "Noch haben sich keine Zeugen gemeldet", so Niels Borgmann von der Pressestelle der Polizeidirektion Schwerin. Und Spuren seien rar. Die Kriminalpolizei ermittle weiter.

Was die potenziellen Täter angeht, möchte Ramona Ramsenthaler lieber keine Vermutungen äußern. Sie sagt nur: "Ich finde es eigenartig, dass die Infotafeln mit Anti-Amerika-Aufklebern versehen wurden und dass sich am Tag darauf eine ebenfalls eindeutig amerikafeindliche DVU-Zeitung in den Briefkästen der Wöbbeliner befand." Ihrer Ansicht nach hätten sich die Täter die Aufkleber entweder gezielt besorgt oder diese auf einer Veranstaltung bekommen. Die Frage sei nun: Wo sind weitere aufgetaucht? Niels Borgmann weiß, dass diese Aufkleber mit der Aufschrift "Gegen US-Imperialismus" sowohl von den Rechten als auch von den Linken verwendet werden. Deshalb ließen diese keine Rückschlüsse auf eine bestimmte politische Richtung zu.

Die Aufkleber auf den Infotafeln des ehemaligen Lagergeländes sind mittlerweile beseitigt worden. "Die Besucher haben angefangen aufzuräumen", so die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten, die beeindruckt ist von der Anteilnahme und Solidarität. Die restlichen Arbeiten sollen nun Fachleute erledigen. Und auch die Teilnehmer des Internationalen Workcamps bekommen eine Aufgabe: Sie sollen die herausgerissenen Holzfiguren wieder fest im Boden verankern.

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