Polen wünschen Städtepartnerschaft

Karsten Korup
Karsten Korup

Schon seit 31 Jahren gibt es partnerschaftliche Beziehungen zwischen der Wohnungsgenossenschaft Elbstrom und der im polnischen Starachowice. Jetzt wird auch eine Städtepartnerschaft angestrebt.

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10. Juli 2009, 08:22 Uhr

Wittenberge | Starachowice ist eine Industriestadt mit rund 55 000 Einwohnern. Von hier kam früher der Lastwagen Star. 20 000 Beschäftigte hatte das Werk. "Nach der Wende ist die Firma umstrukturiert worden. Auf dem ehemaligen Gelände unterhält MAN jetzt eine Stadtbusproduktion mit 2000 Mitarbeitern", weiß Karsten Korup. Darüber hinaus hätten sich in der dortigen Sonderwirtschaftszone mit Steuerprivilegien weitere mittelständische Unternehmen angesiedelt.

Der geschäftsführende Vorstand der Wohnungsgenossenschaft "Elbstrom" (WGE) ist gerade von einem Besuch aus Polen zurückgekehrt. Und er weilte diesmal nicht nur als Vertreter der Partnergenossenschaft in Starachowice, sondern auch als Stadtverordneter und Vorsitzender des Bau- und Wirtschaftsausschusses. "Denn die Polen würden gern auch in städtepartnerschaftliche Beziehungen mit Wittenberge treten", berichtet er. Den Wunsch geäußert habe der Bürgermeister von Starachowice. Der wohnt in der polnischen Wohnungsgenossenschaft, die nun schon seit 31 Jahren mit Wittenberge verbunden ist. So schließt sich sozusagen der Kreis.

"Eigentlich wollte Bürgermeister Dr. Oliver Hermann unsere Delegation nach Polen begleiten, aber er wurde auf Grund der Situation im Beruflichen Bildungszentrum der Prignitzer Wirtschaft dingend in Wittenberge gebraucht", erklärt Korup, weshalb er die städtische Vermittlerrolle übernahm. "Ich habe die polnischen Vertreter gebeten, Vorschläge zu unterbreiten, wie sie sich eine Städtepartnerschaft vorstellen, auf welchen Gebieten sie mit uns kooperieren wollen. Ob es um die Kontakte zwischen polnischen und deutschen Unternehmen gehen soll, um einen Austausch auf kulturellem oder sportlichem Gebiet", führt Korup an. Er rechnet in den nächsten Wochen mit einer Antwort aus Starachowice.

Gemeinsame Ansatzpunkte gebe es viele, beispielsweise Erfahrungen im Stadtumbau, denn auch in Polen greife der demografische Wandel, "wenn auch nicht ganz so hart wie in Wittenberge". "Dort leben teilweise noch mehrere Generationen in einer Wohnung", beschreibt Korup. Ein weiterer wichtiger Punkt sei auch, dass in Polen bis 2012 das EU-Recht greife, viele Fragen des Bau- oder Umweltrechtes umgesetzt werden müssten. "Da würden die Starachowicer sicher gern auf unsere Erfahrungen zurück greifen", meint der geschäftsführende Vorstand.

"Wittenberge hat bisher drei Partnerstädte. Außerdem gibt es seit vielen Jahren bilaterale Beziehungen zwischen Wittenberger Unternehmen und Firmen im Ausland. Warum nicht auf dieser Basis auch mit den Polen einen für beide Seiten wirtschaftlichen und kulturellen Mehrwert erbringen, betont Korup. Voraussetzung seien aber konkrete Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit. Deshalb ist er auch schon gespannt auf die Vorschläge aus Starachowice.

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