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Seestadt verbucht steigende Übernachtungszahlen : Plauer Tourismus im Aufwind

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Entgegen dem landesweiten Trend konnte im vergangenen Jahr die Zahl der Übernachtungen in der Seestadt weiter gesteigert werden. 2010 verbuchte die Stadt 424 884 Übernachtungen, 7392 mehr als noch im Jahr zuvor.

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erstellt am 14.Mär.2011 | 07:38 Uhr

Plau am See | Es geht weiter aufwärts für den Plauer Tourismus: Entgegen dem landesweiten Trend konnte im vergangenen Jahr die Zahl der Übernachtungen in der Seestadt weiter gesteigert werden. 2010 verbuchte die Stadt 424 884 Übernachtungen, 7392 mehr als noch im Jahr zuvor. Unter den Gästen zeichnet sich vor allem ein Trend ab: sie werden immer älter. Nicht zuletzt deswegen will die Stadt ihren Urlaubern eine solide Infrastruktur anbieten. Entsprechende Vorhaben umsetzen, ja - aber mit Augenmaß lautet hierbei das Motto. "Wir wollen investieren, aber nicht dazu beitragen, die Stadt weiter zu verschulden", sagt Bürgermeister Norbert Reier. Viel getan habe sich bereits und in diesem Jahr stehen weitere Vorhaben auf dem Plan: Die Bauprojekte an der Metow und die Mole sollen bis Jahresende fertig werden. Die dringend sanierungsbedürftige Strandstraße werde ab August, spätestens aber im September in Angriff genommen, erklärt Reier. Bis Mai soll der Marktplatz fertiggestellt werden - Einschränkungen inklusive. "Die Stadtvertreter und die Ausschüsse befürworten die Möglichkeit, hier auch mittig zu parken. Aber die Denkmalpflege stellt sich quer", sagt Reier. Querelen gibt es auch um den seit Jahren angestrebten Ausbau des Fahrradweges um den Plauer See. "Es kann nicht sein, dass wir unsere Gäste über Holperpisten schicken", moniert der Verkehrsvereins-Vorsitzende Thorsten Falk. Seit zehn Jahren stehe das Projekt auf der Agenda, es bewege sich aber so gut wie nichts, so Falk.

Doch nicht nur in Sachen Infrastruktur gibt es Verbesserungsbedarf, auch bei den Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt ist Nachbesserung gefragt. Viele Geschäfte schließen hier samstags schon zur Mittagszeit. "Für die Gäste ist das unbefriedigend. Hier wäre touristischer Weitblick nötig", sagt Thorsten Falk. Einheitliche Öffnungszeiten bis 16 Uhr seien für Samstage erstrebenswert. Positives zu vermelden gibt es hingegen seitens der Fahrgastschifffahrt. "Es wurde eine Einigung erzielt. Es wird einen neue Regelung für den Kartenverkauf und die Schifffahrtszeiten geben", sagt Falk. Auch zu Lande kann die Stadt bald wieder bequem erkundet werden, denn der Rundbus wird auch in diesem Jahr seine Fahrt aufnehmen.

Gute Verkehrsanbindung zu Wasser und an Land sind wichtig für die Seestadt, denn nur allein mit Plau könne man nicht punkten. "Wir brauchen die Region", stellt Thorsten Falk klar. Daher setzen die Touristiker auf den weiteren Ausbau des Netzwerkes mit Röbel, Malchow und Waren. Aber auch näher gelegene, kleine Gemeinden sollen mit einbezogen werden. Dazu jedoch müsse das Angebot in und um Plau gebündelter vermarktet werden, sagen die Dienstleister. Noch wisse oftmals der eine vom anderen wenig bis gar nichts. Und auch die Anbindung einzelner Orte an die Seestadt sei noch durchaus ausbaufähig. Wendisch Priborn beispielsweise ist beliebte Station für Radler aus der Prignitz. Doch bis an den Plauer See führt von hier kein Weg. "Die Touristen gehen uns so an die Müritz-Region verloren", sagt Bürgermeister Klaus Fengler. Nicht der einzige Knackpunkt in seiner Gemeinde. Wendisch Priborn könne Touristen nicht mit Sehenswürdigkeiten locken. Man müsse daher mit dem werben, was vorhanden ist: Landwirtschaft. "Wir haben nichts anderes. Deshalb müssen wir damit klotzen", sagt Fengler. Besuche in einem Molkereibetrieb könnten auch für Urlauber von Interesse sein, hofft er.

Nicht nur die reale Infrastruktur, auch die digitale soll neu gestaltet werden. Ab Juni wird Plau mit einem neuen Online-Auftritt im Internet an den Start gehen. Um zukünftig noch gezielter auf Wünsche und Anregungen der Urlauber reagieren zu können, soll zudem künftig mittels Fragebogen ermittelt werden, was den Touristen an der Seestadt gefällt und was nicht. Denn Plau soll weiter an Attraktivität gewinnen, schließlich ist der Tourismus Haupteinnahmequelle der Einwohner. Und nicht nur die Plauer selbst, der gesamte Landkreis setzt auf Plaus Status als Touristenmagnet. Der Kreiswirtschaftsausschuss habe ein Strategiepapier verfasst, dass Plau als touristisches Zentrum des Kreises festlegt, erklärt Wirtschaftsausschuss-Vorsitzender Wolfgang Waldmüller. Deshalb gelte auch für die Zukunft bei Qualität und Service: "Mittelmaß zählt nicht für Plau am See", sagt Norbert Reier.

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