zur Navigation springen

Plauer Tierstation: Ohne Verstärkung droht das Aus

vom

svz.de von
erstellt am 06.Mai.2010 | 08:25 Uhr

Plau am See | Sie helfen Not leidenden Tieren, nun brauchen sie selbst dringend Unterstützung: Der Tierschutzverein Plau am See und Umgebung sucht einen neuen Mitstreiter für die Tierstation, sonst droht der Hilfseinrichtung für Hunde und Katzen das Aus. Dringend gebraucht wird ein Vorstandsmitglied für die Vereinsarbeit. "Mit dem Hintergedanken, die Station in absehbarer Zeit zu übernehmen. Ansonsten müssen wir die Station schließen", sagt Heidi Mescke. Derzeit bildet sie gemeinsam mit Uta Kassler und Elena Hoppenhöft den Vorstand des Vereins. Doch alle drei Damen sind bereits im Rentenalter, können die Arbeit in der Tierstation auf lange Sicht schon aus

gesundheitlichen Gründen nicht fortführen. Daher beschlossen sie: Wird kein Nachfolger gefunden, wird der Nutzungsvertrag, den der Verein mit der Landgut Plau GmbH über das Gelände geschlossen hat, nicht verlängert. Er läuft im Jahr 2013 aus.

Um sich schon jetzt für den Fall der Fälle zu wappnen, hat das Tierheim einen Aufnahmestopp verhängt. "Wir wollen erst mal unsere jetzigen Tiere unterbringen", sagt Mescke. Bei Notfällen ist die engagierte Tierschützerin aber dennoch zur Stelle. So viel Einsatz sollte auch ihr Nachfolger mitbringen. "Tierliebe muss da sein", betont Mescke. Das allein reicht aber bei weitem nicht. Die Tierstation verlangt den Mitarbeitern einiges ab. "Es ist eine vielseitige, aber auch sehr zeitaufwendige und verantwortungsvolle Aufgabe. Das kostet viel Kraft", sagt Mescke. Kraft, die sie künftig lieber für ihr Privatleben verwenden möchte. Derzeit steht das hintenan, denn auch an Wochenenden oder Feiertagen muss die Station besetzt sein. Kein leichtes Unterfangen bei einer begrenzten Zahl an Mitarbeitern.

Noch ist Heidi Mescke fast jeden Tag in der Plauer Tierstation anzutreffen. Trennungsschmerz verspürt sie nicht nur bei jedem ihrer Schützlinge, den sie vermittelt. Auch beim Gedanken an die ungewisse Zukunft der Auffangstation kommt Wehmut auf. Seit 15 Jahren gibt es das Tierheim. Wo vorher ein verkommener Autohof stand, errichteten die Vereinsmitglieder in Eigenregie über die Jahre ein Heim auf Zeit für Not leidende Vierbeiner. Doch nicht nur diese Arbeit geht an die Substanz. Es sind vor allem die Schicksale der Tiere, die zu Herzen gehen: Gequälte Katzen und über den Zaun der Tierstation geworfene Hunde, die manchmal dem Tod näher sind als dem Leben, päppeln die Tierheimmitarbeiter wieder auf, suchen für sie ein neues Heim. Allein 25 Katzen warten derzeit in der Tierstation auf einen neuen Besitzer, unter ihnen viele sogenannte Freigänger, die sich derzeit auf dem Freigelände in der Sonne aalen. "Ihre Vermittlung liegt mir besonders am Herzen", sagt Heidi Mescke. Auch bei nahezu hoffnungslosen Fällen gibt sie nicht auf und der Erfolg gibt ihr Recht. Selbst Hunde im Seniorenalter oder Tierheimdauergäste hat Mescke durch unermüdlichen Einsatz mit ihren Kollegen an liebevolle Besitzer vermitteln können. "Solche Erlebnisse richten mich wieder auf", sagt sie.

So ungewiss das Schicksal der Plauer Tierstation derzeit noch ist, so sicher ist zumindest eines: "Ich gehe erst, wenn auch das letzte Tier hier vermittelt ist", sagt Heidi Mescke entschlossen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen