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Hai-Live-Verein setzt auf das Miteinander : Plauer Segler trotzen der Flaute

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Die Brise im Segel, Hand am Steuer, Sonnenstrahlen auf der Nase: So schön kann Wettkampf sein. Die Landesmeisterschafts-Regatta, die der Verein Hai-Live auf dem Plauer See ausgerichtet hat, konnte was bieten.

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erstellt am 06.Jun.2011 | 07:50 Uhr

Plau am See | Eine Brise im Segel, die Hand am Steuer, Sonnenstrahlen auf der Nase: So schön kann Wettkampf sein. Die Landesmeisterschafts-Regatta MV der 2.4 mR Klasse, die der Verein Hai-Live nun auf dem Plauer See ausgerichtet hat, konnte vieles bieten. Nur ein entscheidendes Detail wurde von den Teilnehmern schmerzlich vermisst: der Wind. Auf dem See herrschte Flaute. Nur hin und wieder kräuselte sich das Wasser zu kaum merklichen Wogen. Dennoch: Die Segler genossen jede Runde um die Bojen. Schon in der vergangenen Woche haben sie sich gemeinsam mit dem Bundestrainer Eberhard Bieberitz fit für den Wettkampf gemacht. Doch die Regatta lief dann doch anders als gedacht: Elf Läufe an drei Tagen waren angesetzt. Der Wind aber machte den Wassersportlern einen Strich durch die Rechnung. Konnten am ersten Wettkampftag immerhin noch drei der vier geplanten Durchgänge gestartet werden, herrschte am Sonnabend gänzlich Flaute. Besser war es dann am Sonntag: Hier waren nochmals zwei der drei angesetzten Runden drin. Für die Segler war die Drei-Tages-Regatta trotz einiger Startabbrüche eine gelungene Veranstaltung, untermauerte sie doch einmal mehr, dass es beim Segelsport auch für Menschen mit Behinderung keine Grenzen gibt. Der Rollstuhl bleibt am Steg zurück, im Boot spielen körperliche Einschränkungen keine Rolle. Auf dem See zählt die Erfahrung. "Man muss Ahnung vom Klima haben, sich auf den Wind einstellen können und braucht viel Feingefühl", erklärt Peter Bauer vom Hai-Live Verein. Mehr noch als der Sport steht aber das Miteinander im Vordergrund. Hier begegnen sich Behinderte und Nicht-Behinderte auf Augenhöhe. Barrieren? Fehlanzeige. "Im Gegenteil: So mancher Nicht-Behinderte hat ordentlich zu tun, um da überhaupt noch hinterher zu kommen", sagt Peter Bauer. Das Durchbrechen falscher Scham liegt den Mitgliedern des integrativen Segelvereins am Herzen. "Nur weil man körperlich eingeschränkt ist, bedeutet das nicht, das man es auch im Kopf ist", sagt Rüdiger Börst. Der Landessportwart des Verbandes für Behinderten- und Rehabilitationssport MV (VBRS) verfolgte nicht nur den Wettkampf auf dem See, sondern nutzte die Gelegenheit auch, um den integrativen Sportverein näher kennen. Dessen engagierte Mitglieder bieten nicht nur Segeln für die Patienten der MediClin Reha Plau am See an, sondern starten in dieser Saison auch ein Projekt, das landesweit seines Gleichen sucht: Behinderte Menschen können ab sofort in der Segelschule Plau am See bei Gerd Menning mit behindertengerechten Booten den Segelschein und den Motorbootführerschein erwerben. So wird vielleicht schon bei der nächsten Plauer Regatta das Starterfeld um einiges größer ausfallen. Dann muss nur noch der Wind etwas kräftiger mitspielen.


Rangliste: So haben sich die Segler beim Landescup platziert
Platz Segler/in Club

Offene Wertung:

1. Eberhard Bieberitz SYC
2. Stefan Klötzing PYC
3. Jürgen Schwittai SCM
4. Max Timm SYC
5. Dirk Bohlen WSC
6. Stefan Kaste SCM
7. Kirk Parczyk PHL
8. Ulrich Schäfer PHL
9. Frauke Doller PHL
10. Peter Bauer PHL
11. Nikolaus Rek YCL
12. Falko Meineke PHL

Behinderten-Wertung:

1. Jürgen Swittai SCM
2. Max Timm SYC
3. Dirk Bohlen WSC
4. Kirk Parkzyk PHL
5. Falko Meineke PHL

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