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Lübz Springend und hüpfend zum Sieg

Von Sabrina Panknin | 11.11.2012, 08:02 Uhr

Bonbons fliegen im hohen Bogen durch die Lüfte, Beine werden in die Höhe geworfen und Wetten werden umgesetzt und eingelöst - all das gehört seit vielen Jahren zur Tradition beim Lübzer Karneval.

Vor allem in diesem Jahr, denn Punkt 11.11 Uhr startete der Lübzer Karnevalsverein LKC ’54 e.V. in seine 60. Saison und das mit einem kräftigen und lauten Kanonenschuss sowie einem dreimaligen "Lübz, Ahoi".

"Ein bisschen Spaß muss sein" - so in etwa sieht es jedes Jahr und jede Karnevalssaison aufs Neue die Lübzer Bürgermeisterin Gudrun Stein. Denn auch in diesem Jahr, sagte sie "Top, die Wette gilt!" Das Stadtoberhaupt wettete, dass es die Narren nicht schaffen, elf sportliche Paare - bestehend aus Vater und Sohn oder Mutter und Tochter - auf dem Marktplatz zu versammeln und sich sportlich zu betätigen. Falsch gedacht, konnten die Lübzer Karnevalisten gegen Punkt 11 Uhr sagen, denn insgesamt kamen 14 Paare zusammen, die gemeinsam Eierlaufen, Seilspringen, Sackhüpfen und viele sportliche Aktivitäten hinter sich brachten. Nicht ohne Grund hatte sich die Bürgermeisterin diese Wette ausgedacht, denn die Stadt Lübz steht im Finale bei der "Mission Olympic". Bei dieser Aktion wird die Bewegteste Stadt 2013 gesucht. "Ich kann freudig verkünden, dass Lübz als einzige ostdeutsche Stadt mit im Finale steht. Unsere Gegner kommen aus Montabauer im Westen. Mal schauen, wie wir sie schlagen können. Ich bitte euch darum, im kommenden Jahr zwei Tage für den Sport bereitzuhalten. Es wird rechtzeitig bekannt gegeben, wann das sein wird", spornte Gudrun Stein noch einmal ihre Einwohner an, im kommenden Jahr sich den Titel "Bewegte Stadt 2013" zu holen. "Haben die auch einen Karnevalsverein", fragte Vereinspräsident Gerd Strohschein. "Wenn nämlich nicht, dann haben wir schon gewonnen." Auch Hofmarschall René Anders ließ es sich nicht nehmen und ulkte: "Da sieht’s man mal wieder. Wir sind die letzten Ossis, die noch kämpfen." Gelächter, aber auch tosender Applaus nach diesem Ausspruch.

Mit Adleraugen beobachtete Gerd Strohschein immer wieder seine Armbanduhr, um nicht die magische Uhrzeit zu verpassen. "Wir dürfen nur anfassen", scherzte Hofmarschall René Anders währenddessen und zwinkerte der Bürgermeisterin zu. "Den Schlüssel, ja, aber nichts Anderes", konterte Gudrun Stein. Dann war es endlich soweit, gemeinsam zählten die Lübzer mit den Narren von zehn runter. Ein Kanonenschuss vollendete das Zählen - doch leider, Pech gehabt, zu früh, wie der Vereinspräsident anmerkte. Also das ganze Spielchen noch einmal: Zehn, neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins und Peng! Auf die Sekunde genau, ertönte der Kanonschuss über dem Marktplatz. Jetzt regieren die Narren und das bis ins kommende Jahr zum Aschermittwoch. Auch am Freitag und Sonnabend wird es närrisch.

In diesem Sinne: Lübz, Ahoi.