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Krakow Reha-Zulieferer nach Maß baut neu

Von Simone Herbst | 03.12.2016, 16:00 Uhr

Grundsteinlegung für neuen Produktionsstandort der Orth GmbH Karow.Das Unternehmen reagiert mit Investition auf steigende Nachfrage

Gestern wurde bei der Orth GmbH Karow der Grundstein für einen neuen Firmensitz gelegt. Andreas und Denise Orth reagieren damit auf steigende Anforderungen gestiegener Nachfrage. Nur wenige hundert Meter vom jetzigen, aber angemieteten Produktionsstandort im einstigen „Kartoffelinstitut“ Karow wird der „Reha-Zulieferer nach Maß“, der für seine Kunden deutschlandweit u. a. aber auch in der Schweiz und in Österreich Sitzeinheiten und Zubehör rund um den Pädiatriebereich anfertigt und quasi alles rund um den Rollstuhl liefert, im Frühjahr kommenden Jahres vielleicht schon Einweihung feiern.

Andreas Orth, Rehabilitationstechniker und Kaufmann, gründete die Orth GbR in September 1999. Damals arbeitete er bereits mehrere Jahre überwiegend in den führenden Bereichen im Reha-Sonderbau. Mit nur einem Werkstattmitarbeiter und einer Schneiderin produzierte der Leistener Sitzschalen und weiteres Zubehör für Menschen mit Handicap - damals in nur kleinen Stückzahlen. Seit 2002 besteht der Betrieb als Orth GmbH, konnte seine Produktion über die Jahre erweitern und beschäftigt heute 22 Mitarbeiter. Da „Rehabilitationstechniker/in“, „R-Schneider/in oder auch „R-Polster/in“ keine Lehrberufe sind, sind die in aller Regel Quereinsteiger. Durch das kontinuierliche Wachstum in den zurückliegenden Jahren - seit 2008 betreut ein Mitarbeiter die Kunden im Außendienst und führt das fachliche Maß am Patienten durch – sind die Kapazitäten in den alten Betriebsräumen mittlerweile erschöpft. Das war auch der Grund, warum Andreas und Denise Orth in diesem Jahr ihr Projekt Neubau einer 25 mal 42 Meter großen Gewerbehalle mit separatem Sozialtrakt angingen. Musste zuletzt am jetzigen Standort ein Bereich sogar „ausquartiert“ werden, wird nun an der neuen Adresse von vornherein ein Zweckbau entstehen, der ein noch effektiveres Zusammenarbeiten der einzelnen Fachbereiche möglich machen soll.

„Unseren Mitarbeitern, Freunden und der Familie möchten wir danken. Sie alle haben ihren Anteil daran, dass unsere Kunden zufrieden sind und sich an uns binden“, sagte Denise Orth und erinnerte daran, dass die Belegschaft auch hinter dem Unternehmen stand, als Andreas Orth vor etwa zwei Jahren durch einen folgenschweren Unfall querschnittsgelähmt wurde. „Wenn wir in wenigen Monaten wieder alle unter einem Dach arbeiten, würde ich mir wünschen, dass wir das tolle Team bleiben, das wir sind.“

Bei der gestrigen Grundsteinlegung ruhte die Produktion, denn (fast) alle 22 Mitarbeiter erlebten das Ereignis mit, stießen mit Andreas (nach Operation ist er wiederhergestellt) und Denise Orth auf die Investition in die Zukunft an. Wie das Unternehmerpärchen hatten auch einige von ihnen Wünsche auf Zettelchen geschrieben, die mit Tageszeitung, Bauplänen, Geldstücken und Kinderzeichnungen in der Kartusche im Grundstein versenkt wurden. „Niemals sollen am neuen Standort Arbeit und Zufriedenheit fehlen“, war ein gemeinsamer Wunsch der Belegschaft. Senior Hans-Josef Orth hielt die Grundsteinlegung im Bild fest. Seine Einwegkamera mit 26 Aufnahmen wanderte am Ende auch in die Kartusche, „und wird“, spekulierte Denise Orth, „in einigen hundert Jahren vielleicht ja geborgen.“ In einer Zeit, in der die Technik unseren heutigen Standard längst überflügelt haben wird.