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Rostock Krise trifft Spediteure

Von rfra | 27.11.2008, 07:28 Uhr

Die Spediteure bekommen die Auswirkungen der Krise zu spüren. So brechen Geschäfte für Autozulieferer weg. Eine weitere Kostenbelastung kommt mit der Mauterhöhung aber ab Januar noch auf sie zu. Bei ihrem Speditionsfrühstück im Hafen war gestern Verkehrsminister Volker Schlotmann dabei.

Die Spediteure in Mecklenburg-Vorpommern bekommen die Auswirkungen der Krise zu spüren. So brechen Geschäfte für Autozulieferer weg. Das war gestern Thema beim Speditionsfrühstück im Rostocker Hafen, mit am Tisch saß Verkehrsminister Volker Schlotmann. "Als wäre unsere Branche nicht schon genug bestraft", erklärt Rolf Kroeger, Vorsitzender des Verbandes Spedition und Logistik (VSL), mit Fingerzeig auf Finanzkrise und Mauterhöhung, dem Verband gehören 34 Firmen mit insgesamt 500 Beschäftigten an.

Schlotmann fand in dieser Runde breite Zustimmung, als er die ab 1. Januar geltende, höhere Lkw-Maut auf Autobahnen als kontraproduktiv bezeichnete. Ökologisch bringe sie keinen Vorteil, weil kein Lkw weniger fahre. Aber ökonomisch treffe es eine Branche hart. Mecklenburg-Vorpommern habe deshalb im Bundesrat nicht dafür gestimmt. Dass im Gegenwind der Rezession auch die Spediteure Federn lassen, schließt der Minister nicht aus, wenn er auch nur von einer Delle der wirtschaftlichen Entwicklung spricht. Vor allem Logistik stand orte wie Hamburg und Bremen mit ihren Containerverkehren spüren sie bereits.

Die weggebrochenen Holzexporte im Wismarer Hafen und die Kurzarbeit im Airbag-Werk Laage haben Auswirkungen auf Logistikunternehmen hierzulande, das machte die Betroffenen gestern klar. Speditionen mit mehreren Standbeinen von der Lagerung, Vermittlung bis zu Befrachtung können ihre Geschäfte besser ausgleichen. Reine Fuhrleute haben es schwerer, erklärt VSL-Geschäftsführer Peter Weise.

Der neue Verkehrsminister möchte eine Charme-Offensive für den Standort MV und ihre Unternehmen starten und lud die Spediteure ein, daran teilzuhaben. Schlotmann plädiert mit Nachdruck für weitere Verbesserungen der Anbindungen ans Hinterland. So mahnt er den zügigen Ausbau der Bahnstrecke Rostock-Berlin an und verweist auf den Lückenschluss der A 14 von Schwerin in Richtung Magdeburg.

Der Ausbau der Hafenzufahrten in Rostock, Stralsund, Wolgast und Wismar sei auf gutem Wege, wenn kürzere Zeiträume sicher vorstellbar wären. In den nächsten Tagen trifft Schlotmann sich mit dem Präsidenten der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord in Kiel, um der Notwendigkeit dieser Aufgabe Nachdruck zu verleihen.