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Naturfreund aus Plau Kenner des Plauer Natur-Juwels

Von panknin | 16.02.2018, 21:00 Uhr

Der Stadtwald: Hier kennt sich Monty Erselius, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Plau, bestens aus. Auf kleinem Raum viel Artenreichtum

Plau am See Immer wieder ertönt es – „krru“ und „krarr“ im Wechsel. „Das sind die Kraniche“, erklärt Monty Erselius, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Plau am See. Zu vergleichen ist der Ruf mit einer „erhabenen Trompete“, so beschreibt  der Naturschutzbund (Nabu) den Ruf des Kranichs. Nicht mehr alle Vögel des Glücks fliegen fort, viele bleiben in der Region. So auch im Luftkurort. Dort nahe des Naturlehrpfades Plauer Stadtwald überwintern sie, verteidigen mitunter ihr Revier. Monty Erselius kennt sich in diesen Gefilden gut aus. Ursprünglich kommt er aus Leipzig, machte in Plau seine Ausbildung an der Nerzfarm. Dabei lernte der Naturfreund die Vorzüge der hiesigen Region kennen. „Seit gut 30 Jahren lebe ich  hier.“ Hier in Plau am See. Dort, wo es lebenswert und die Landschaft toll ist.

Einfach nur hier leben, das scheint dem gebürtigen Leipziger nicht zu reichen. Er engagiert sich. Im Frühjahr 2016 gründet er gemeinsam mit Udo Steinhäuser und anderen Naturfreunden die Nabu-Ortsgruppe Plau. „Wir existieren jetzt schon das dritte Jahr.“ Ein Lächeln zeichnet sich ab. Langsam schlendert Monty Erselius weiter. Ein Spaziergang direkt auf dem Naturlehrpfad des Plauer Stadtwaldes um den Ziegeleisee herum bringt Erholung und Entspannung. Erdet jeden Gestressten. Das Unterholz knackt. Der ein oder andere Baum steht ziemlich schief. Auch hier zeichnen sich die Folgen der beiden großen Stürme „Xavier“ und „Herwart“ aus dem vergangenen Jahr ab.

Gemeinsam auf Exkursion gehen – das ist das Ziel der Plauer Ortsgruppe. Mittlerweile ist die Truppe auf 18 Mitglieder angewachsen. Doch eines schickt Monty Erselius vorweg: „Es braucht niemand in den Nabu eintreten, um bei uns Mitglied zu werden.“ Und: „Wir sind keine militanten Tier- und Naturschützer“, wirft der Plauer hinterher.

Sicher, es geht um die Natur und ihren Erhalt. Doch Naturschutz ist handgemacht. „Bei uns beruht alles auf Freiwilligkeit.“ Exkursieren reicht der Gruppe aber nicht aus. Sie wollen Pflege betreiben. So auch bei der Sonnenwiese. „Ältere kennen die noch“, erzählt Monty Erselius. Um die 15 Jahre  wurde hier nichts gemacht. Die Flora und Fauna wurde vernachlässigt. Jetzt kommt einiges wieder zurück: Weißdorn, Schlüsselblumen...  

Wie viele Waldkäuze leben im Stadtwald, welche Spinnenarten gibt es? Diese Fragen wurden in den vergangenen Jahren mittels Bestandserfassungen angegangen. In diesem Jahr geht es um die Libelle. „Libellen stoßen auf großes Interesse“, sagt Monty Erselius. Die Nabu-Ortsgruppe Plau arbeitet nicht allein. „Wir haben guten und engen Kontakt auch zum Naturpark und der Stadt.“ So hat die Gruppe von der Stadt 100 Bäume geschenkt bekommen. Diese wurden von den Naturfreunden gekennzeichnet  – ein weißer Specht ziert die Stämme.

In diesem Jahr will sich die Gruppe mehr um die Kinder- und Jugendarbeit bemühen. Derzeit ist das jüngste Mitglied drei Jahre alt. „Unser ältestes Mitglied ist über 80 Jahre.“ Geplant sind in diesem Jahr Exkursionen auch mit Schulklassen. „Wir wollen den Unterricht praktischer gestalten.“ Schöner sei es zum Beispiel, wenn Schüler einen Eisvogel aus nächster Nähe beobachten könnten – im Plauer Stadtwald ist das möglich. Sie müssen nur an der richtigen Stelle stehen. Dafür gibt es  im Stadtwald zahlreiche Schautafeln. „Die stehen genau an der Stelle, an der auch das Tier oder die Pflanze zu finden ist“, erläutert Monty Erselius.

Der Spaziergang endet dort, wo er angefangen hat: Kurz hinter der Alten Ziegelei – und die Kraniche? Sie rufen noch immer. 

Naturlehrpfad Plauer Stadtwald
Gut 315 Hektar misst das Naturschutzgebiet Plauer Stadtwald. Inmitten liegt auch der Naturlehrpfad, der auf drei Kilometern Länge um den Ziegeleisee des Luftkurortes führt. Auf kleinem Raum kann eine artenreiche und zum Teil auch seltene Lebenswelt erlebt und beobachtet werden. Zum einen ist hier der Eisvogel heimisch. Doch nicht nur die Vogelwelt ist hier besonders, sondern auch die Pflanzenvielfalt beeindruckt. Mit unter finden sich im Plauer Stadtwald Orchideen wie der Nestwurz zum Beispiel. Dieser wächst an alten Wurzelstöcken. Nach knapp einem Jahrzehnt erst bilden sich die Blütenstände. Auch das Breitblättrige Knabenkraut wächst hier. Insgesamt erklären 15 Schautafeln die Flora und Fauna.