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Lübz „Ich bin stolz auf unsere Feuerwehr“

Von MIGB | 05.12.2016, 12:00 Uhr

Jahresversammlung in Lübz mit Lob und Kritik. Bürgermeisterin Gudrun Stein hebt erneut das große Engagement der Truppe hervor

„Ich bin stolz auf unsere Feuerwehr und wir können uns alle auch zukünftig auf diese Truppe verlassen“, das sagte Bürgermeisterin Gudrun Stein auf der Jahresversammlung der Lübzer Feuerwehr am Freitagabend. Vorausgegangen waren die Berichte des Wehrführers Olaf Richter und Jugendwartin Mandy Rehberg sowie etliche Ehrungen.

Olaf Richter nahm kein Blatt vor den Mund und sprach positive wie auch negative Dinge an. Vor allem die Zukunft der Wehren macht ihm Sorgen. So kritisierte er die geänderte Ausbildung zum Truppmann. Ausbildung und Prüfung verbleiben im Amt und dauern jetzt drei Jahre. „Erst wenn man von der Jugendwehr in die Einsatzabteilung übernommen wurde, kann man mit der Truppmannausbildung starten und diese nach drei Jahren abschließen. Da nach dem Probejahr in der Wehr noch zwei Jahre Ausbildung folgen, ist das gerade für Quereinsteiger schwierig und der Werbung für die Feuerwehr nicht dienlich“, so Richter.

Die Aus- und Weiterbildung an der Landesfeuerwehrschule in Malchow konnte von keinem Kameraden genutzt werden, da auch hier durch die Größe des Kreisfeuerwehrverbandes im Großkreis Ludwigslust-Parchim die Kapazitäten begrenzt sind. An der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Dargelütz konnten dagegen mehrere Lehrgänge absolviert werden, so im Sprechfunk, in der Technischen Hilfeleistung, in der Truppmannausbildung sowie für Maschinisten und im Atemschutz.

Olaf Richter rief die 40 geleisteten Einsätze des Jahre 2016 noch einmal ins Gedächtnis. Neben den 13 Brand- und 21 Hilfeleistungseinsätzen kamen noch sechs Fehlalarme. Gerade bei den Hilfeleistungen scheint die Feuerwehr in der Tat „Mädchen für alles“ zu sein. So rückten die Kameraden am 25. Juni in die Theodor-Körner-Straße aus, weil eine Toilette übergelaufen war. Hier hätte ein Klempner helfen können und sollen, denn dafür müssen nicht mehrere Kameraden ehrenamtlich ausrücken. Gleich sechs Hilfeleistungseinsätze an einem Tag mussten die Einsatzkräfte ableisten, denn der Sturm am 31. Mai sorgte gleich an zehn Häusern in Lübz für hohe Sachschäden.

Die Kameraden leisten auch einen nicht zu unterschätzenden Beitrag bei gesellschaftlichen Höhepunkten, sei es beim Stadtfest, beim Laternenumzug am Einkaufszentrum oder dem Weihnachtsmarkt. „Dafür sage ich Euch allen Danke und der Dank gilt auch Euren Familienangehörigen, die oftmals zurückstecken müssen, wenn ihr zum Einsatz ausrückt“, so Richter.

Jugendwartin Mandy Rehberg schilderte die vielfältige Arbeit in der Nachwuchsabteilung, zu der vier Mädchen und 18 Jungen gehören. Höhepunkt neben der ständigen Ausbildung war u.  a. das erste Amtsjugendzeltlager in Granzin, das trotz teilweise strömenden Regens viel Spaß bereitete. Nicht ganz zufrieden war man mit dem Kreisjugendfeuerwehrtreffen in Parchim am 18. Juni. Vermisst wurde eine offizielle Eröffnung und so manche Rahmenveranstaltung, denn der Tag war wegen der großen Teilnehmerzahl relativ lang. „Allein die Siegerehrung verspätete sich um fast zwei Stunden, und wir mussten die Eltern telefonisch verständigen“, so die Jugendwartin, die auch einige organisatorische Mängel ansprach.

Mehrere Ehrungen und Beförderungen beschlossen diesen Abend. Im Januar werden sich die Kameraden wieder treffen und die Wehrführung wählen. Olaf Richter informierte, dass er für die nächsten sechs Jahre kandidieren werde.