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Lübz Fördermittel für Grundschule

Von Ilja Baatz | 23.11.2012, 10:07 Uhr

In der vergangenen Woche erhielt die Lübzer Verwaltung einen Fördermittelbescheid über 1,1 Millionen Euro für die Sanierung der Grundschule. Allerdings ist die Bewilligung an Bedingungen geknüpft.

Freude im Lübzer Rathaus: Seit vergangener Woche hält die Verwaltung einen Fördermittelbescheid aus dem Landeswirtschaftsministerium über 1,1 Millionen Euro für die Sanierung der Grundschule in den Händen. Gebunden ist die Bewilligung allerdings an die momentan schon laufende baufachliche Prüfung im Landesförderinstitut, die alle Bereiche berücksichtigt. Dazu gehört unter anderem auch, als wie schlüssig sich die Planung erweist. "Bis zum 10. Dezember soll alles in Sack und Tüten sein", sagt Bürgermeisterin Gudrun Stein. "Es gab bisher nur ganz geringe Nachforderungen, so dass wir von einem positiven Ergebnis ausgehen."

Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Die Stadt hat schon vor längerer Zeit einen Antrag auf die Zahlung von Sonderbedarfsmitteln in 2013 gestellt. Sie fließen nur, wenn ein positives Ergebnis der baufachlichen Prüfung bis zum 10. Dezember im Innenministerium vorliegt.

Ebenfalls in der vorigen Woche kam eine weitere erfreuliche Nachricht nach Lübz, diesmal aus dem Schweriner Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung. Sie stellt die Bewilligung von 350 000 Euro Städtebaufördermitteln für die energetische Sanierung in Aussicht und macht außerdem den Weg dafür frei, mit den Bauarbeiten vorzeitig beginnen zu dürfen - allerdings ebenfalls vorbehaltlich schon genannter Prüfung. "Ein sehr wichtiger Bestandteil, der Zeit einspart", so Gudrun Stein.

Vierter Partner im Bund ist das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Es habe unabhängig von der Sanierung für die Umgestaltung der Busschleife und den Bau von Parkplätzen vor der Schule die Zahlung von 300 000 Euro in Aussicht gestellt. "Die Mittel müssen im kommenden Jahr ausgegeben werden, weil das entsprechende Förderprogramm endet", erklärt die Bürgermeisterin.

Wie aus den geschilderten Fakten ersichtlich, galt und gilt es auch noch weiterhin, mehrere Klippen zu überwinden. Ein zusätzliches Beispiel: Um die finanziellen Mittel aus dem Wirtschaftsministerium genehmigt zu bekommen, brauchte die Stadt ein vom Landkreis bestätigtes Raumprogramm, was auch gelang. Mit dem Geld soll für die Grundschule ein Anbau errichtet werden. "Wir haben einen sehr fortgeschrittenen Planungsstand erreicht, wie es bisher noch nie der Fall war, und fast nicht mehr gehofft, die Grundschule in einem Ritt fertigstellen zu können", sagt Gudrun Stein. "Ich habe allen versprochen, dass es eine große Grundsteinlegung gibt, wenn wir mit dem Bau beginnen."

Nächstes, kostenmäßig umfangreichstes Projekt in der jüngeren Vergangenheit, über das ab Januar neu beraten werden soll, ist die Sanierung der nebenan stehenden Regionalen Schule. Sie besteht aus der ehemaligen Karl-Marx- (linke Hälfte) und der Friedrich-Engels-Schule. Erstere nutzen momentan die Grundschüler wegen in der eigenen Einrichtung fehlender Räume. Der andere Teil soll abgerissen werden, wenn die Grundschule fertiggestellt und der andere Teil des "Doppel-H" für die Regionalschüler saniert ist. "Ich werde oft in die dahin gehende Richtung angesprochen, warum wir denn erst jetzt etwas machen, was mich betrübt, denn zu wenig Leute scheinen zu wissen, dass die Stadt schon mehrere Millionen in das Gebäude investiert hat", so die Bürgermeisterin. "Bereits 1993 wurden im Rahmen des Schulbausanierungsprogramms die Fenster erneuert und Wärmedämmung eingebaut. Viele vergessen, dass dies aber auch schon wieder knapp 20 Jahre her ist und es gerade auch im Bereich von Energiesparmaßnahmen neue Erkenntnisse gibt. Eine Schule wird sehr intensiv genutzt, so dass es darüber hinaus zum Beispiel kaum ein Jahr gab, in dem wir keine Fußböden erneuert haben." Außerdem wurden im linken Teil ein Fahrstuhl eingebaut und die sanitären Anlagen mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II erneuert.

Der Umbau und die Sanierung der Grundschule kostet insgesamt schätzungsweise 2,7 Millionen Euro. Wenn sie fertig sei, könne Gudrun Stein bei der anderen Maßnahme "mit einem Jahr Verzögerung leben". Die Grundschule wurde 1993 neu gebaut. Damit Lübz ein Gymnasium behält, hatte die Stadt dem Landkreis die ehemalige Willi-Bredel-Oberschule überlassen, musste dafür allerdings die neue Grundschule bauen. An ihrem Standort gab es eine kleine Konsum-Verkaufsstelle und den Rohbau einer noch nicht in Betrieb gegangenen Gaststätte mit Kegelbahn. Große Teile davon konnten erhalten und integriert werden.

"Die Stadt sollte eigentlich raus aus der Förderung", berichtet Gudrun Stein. "Wir haben gekämpft und sind dankbar, noch einmal hineingekommen zu sein."