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Grevesmühlen: Pachtvertrag für Open-Air-Gelände : Piraten rüsten sich für neue Abenteuer

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Die finanziell angeschlagenen "Piraten" von Grevesmühlen können langsam wieder angreifen. Die Adventure Production Grevesmühlen GmbH erhielt den Zuschlag für einen Pachtvertrag des Piraten-Open-Air-Geländes.

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erstellt am 31.Jan.2012 | 08:04 Uhr

Grevesmühlen | Die finanziell angeschlagenen "Piraten" von Grevesmühlen können langsam wieder angreifen. Die Adventure Production Grevesmühlen GmbH erhielt in einer Sondersitzung der Stadtvertretung den Zuschlag für einen Pachtvertrag des städtischen Piraten-Open-Air-Geländes. Dadurch wird eine neue Spielzeit in diesem Jahr immer wahrscheinlicher. Denn das Unternehmen erwarb bereits die Rechte und das Know How der alten Theaterleitung und garantiert nach eigenen Angaben eine nahtlose Fortsetzung des Spielbetriebs. Darüber hinaus legte das Unternehmen der Stadt bereits einen Nachweis über die Finanzierung vor.

Von heute an soll die vorläufige Insolvenz in ein Insolvenzverfahren überführt werden. Grevesmühlens Bürgermeister Jürgen Ditz geht davon aus, dass die Adventure Production Grevesmühlen GmbH dabei auch die Insolvenzmasse aufkauft. Also die Dinge, die ein Theater braucht: Tribünen, Kostüme, Requisiten.

Zu umschiffen haben die Piraten nicht nur diese Klippe, sondern auch die mit dem Namen "Nachbarschafts-Streit". So befürchten Anwohner der Spielstätte erneut Lärmbelästigungen und dass gegen Vereinbarungen verstoßen werden könnte. Schließlich seien mit dem Chef der Adventure Production Grevesmühlen GmbH Matthias Sievert und Intendant Peter Venzmer dieselben Leute am Ruder, die bei den Piraten seit Jahren das Kommando haben. Das gab Anwohner Volker Wulff zu bedenken.

Gespräche und eine Lösung mit den Anwohnern sind nach Angaben von Grevesmühlens Bürgermeister Jürgen Ditz eine Voraussetzung für einen Spielbetrieb in 2012. "Wir stehen bei den Anwohnern im Wort", verdeutlichte gestern Jürgen Ditz. In den vergangenen Jahren hatte es bereits juristische Auseinandersetzungen gegeben, was den Piraten teuer zu stehen kam.

Ursprünglich wollten zwei Interessenten in die Bieterschlacht um die Grevesmühlener Piraten-Spielstätte ziehen. So hatte sich neben Matthias Sievert auch Schauspieler und Publikumsliebling Alfons Kujat mit einem Konzept beworben. Kujat wusste zwar engagierte Schauspielkollegen hinter sich. Ihm fehlten aber verbindliche Zusagen von Geldgebern. Daraufhin gab Kujat kein bindendes Angebot ab. Eine Entscheidung, die Bürgermeister Ditz als "ehrlich" bezeichnet.

Die Piraten Open Air Betriebsgesellschaft mbH hatte im November vergangenen Jahres beim Amtsgericht Schwerin Insolvenz angemeldet. Grund dafür soll die Kündigung eines Kredits gewesen sein. Zuvor hatten mehr als 45 000 Besucher das Action-Spektakel um den Schauspieler Martin Semmelrogge verfolgt.

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