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Lokales

22. November 2017 | 06:34 Uhr

30. Elternsinge : Piraten entern Lulus Stadthalle

vom

Die Ludwigsluster Stadthalle verwandelte sich abwechselnd von einer Hafenkneipe zum Segelschiff und zwischendurch auch noch zur karibischen Insel. Die 30. Elternsinge ließ an Unterhaltung keine Wünsche offen.

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erstellt am 25.Nov.2013 | 10:42 Uhr

Ein böser Piratenkäpt’n, hungrige Kannibalen und ein Schatz, hinter dem neben den Freibeutern auch einige junge Frauen her sind - die Ludwigsluster Stadthalle verwandelte sich Sonnabendabend abwechselnd von einer Hafenkneipe zum Segelschiff und zwischendurch auch noch zur karibischen Insel. Die 30. Elternsinge ließ an Unterhaltung, wie ihre 29 Vorgänger, keine Wünsche offen.

Die Halle war mit 330 Zuschauern wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Durchs Programm führte Nils Völkner, der viele Jahre selbst Mitglied im "Liedtheater Live" gewesen ist. Bevor es so richtig los ging, lud er die Gäste zunächst ein, "Reste aus der Schiffskombüse" zu verputzen. Die "Reste" allerdings schmeckten den Besuchern offenbar vorzüglich, schließlich war es ja auch Soljanka. Die Suppe, wie später auch das Büfett "Deftiger Piratenschmaus" (u.a. Jungschweinebraten, Champagner-Putenbraten, Salate) wurden erneut vom Frischemarkt Prill aus Techentin serviert.

Die Ludwigsluster "Rehkids" begeisterten das Publikum mit einem Programm ebenso wie die "Rotkehlchen" aus Köthen mit ihren Liedern. Elternsinge-Managerin Eva-Maria Naujoks: "Zwischen uns und den Köthenern gibt es seit vielen Jahren enge Verbindungen. Bisher waren wir immer zu ihnen nach Sachsen-Anhalt eingeladen, jetzt sind sie endlich bei uns." Inzwischen hatte sich der Auftritt der Piraten & Co. etwas verzögert. Einmal, weil Anke Kreffta und Katherina Willert geehrt wurden, die beide seit Beginn beim Liedtheater dabei sind. Wusste Eva-Maria Naujoks über dieses Ehrung noch Bescheid, gab es dann für die Managerin eine Überraschung. Als Dank und Anerkennung für ihr Engagement in den vergangenen Jahrzehnten hatte das "Liedtheater" extra für Eva-Maria und Ehemann Horst, der auch diesmal für die technische Leitung verantwortlich war, ein kleines Programm eingeübt. Die Truppe gestand auf der Bühne: "Es ist gar nicht so einfach, vor Eva-Maria etwas geheim zu halten." Aber es hat offenbar geklappt, wie auch Tränen zeigten, die sie sich aus den Augen tupfen musste.

Dann wurde es aber doch "ernst", als Piraten ein englisches Schiff kaperten und das Programm "Ebbe und Flut" startete. Piratenkapitän Wladimir Sergejewitsch Rakow hatte nun zwar ein großes Schiff, aber dummerweise zu wenig Personal. Also ließ er per Plakat mitteilen, dass er zum 23. November 1695 noch Besatzungsmitglieder sucht. Wie es der Zufall will, hatten vier junge Frauen in einer Hafenspelunke bei einem volltrunkenen Gast gerade eine Schatzkarte gefunden, richtiger: einen Teil der Karte. Weil Kneipen-Inhaberin Bloody Mary kurz vor der Pleite steht, beschließen die vier Damen, auf dem Piratenschiff "Queen Mary" bei Oberpirat Rakow anzuheuern. Denn der gefundene Teil der Schatzkarte weist auf drei weitere versteckte Kartenabschnitte in der Welt hin, die schließlich zum Schatz führen sollen. Rakow, sein 1. Offizier Bones und Steuermann Brandhauer wollen die vier Damen zunächst nicht aufs Schiff lassen, ändern dann aber schnell ihre Meinung, als sie von dem Schatz erfahren.

Nachdem die Schatzsucher dann auf einer Kannibaleninsel, einer Schiffbrüchigen-Insel und sogar in Ludwigslust (!) die drei fehlenden Teile der Schatzkarte gefunden haben, steht fest, wo die Schatztruhe versteckt ist: am Ausgangspunkt der Suche - in der Hafenkneipe von Bloody Mary.

Ein Programm, das die Zuschauer wieder bestens unterhielt. Auf die Piraten-Idee wurde das Team übrigens von Max gebracht, dem Enkel von Eva-Maria und Horst Naujoks. "Max ist wie vernarrt in Filme über Piraten", verrät die stolze Großmutter. "Besonders hat es ihm ,Fluch der Karibik’ angetan." Eva-Maria Naujoks gesteht auch, dass sie sich zunächst mit dem Thema nicht so richtig anfreunden konnte. "Aber als ich gesehen habe, dass es in dem Stück nicht nur um Piraten gehen muss, habe ich meine Meinung geändert."

Zumal das Musical zwischendurch immer mal wieder einen kurzen Bezug zur Gegenwart nahm. Zum Beispiel, als auf der Kannibaleninsel ein Pirat am Marterpfahl kurz vor der dann zum Glück verhinderten Verspeisung stand und der "Verwaltungsfachbeamte" des Dorfes ihm mitteilte, dass er hier für die Datensicherheit verantwortlich sei. Lachsalven gab es auch, als die Piraten in Ludwigslust nach dem vierten und letzten Teil der Schatzkarte suchten und dabei feststellen mussten, dass ein gewisser Fahrstuhl außer Betrieb ist. Fazit: Auch die Jubiläumsveranstaltung war wieder toll. Und wer die Macher um Eva-Maria Naujoks kennt, kann sicher sein, dass auch die 31. Elternsinge Spaß machen wird.

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