Picher im Fokus des ganzen Landes

Stimmgewaltig, die Landfrauen aus Picher. <fotos>Pohle</fotos>
1 von 3
Stimmgewaltig, die Landfrauen aus Picher. Pohle

svz.de von
02. Juli 2010, 08:05 Uhr

Picher | "Wenn ein Dorf funktioniert, dann bleiben die Menschen auch hier. Picher ist wunderschön. Picher hat das Halbfinale erreicht. Wenn ich das von unserer Nationalmannschaft sagen könnte, wäre ich noch glücklicher. Auch wenn Picher zurecht gewonnen hat. Eigentlich hat Mecklenburg-Vorpommern gewonnen." Mecklenburgs Landespolitiker Erwin Sellering und Till Backhaus, von denen diese ersten Sätze stammen, überschlugen sich gestern fast auf dem heißesten Festakt, den es seit langem gab.

Es ging um die Kürung der Sieger im Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft." Picher hat gewonnen und darf sich wie alle Platzierten nicht nur über 30 000 Euro Fördemittel freuen, sondern auch noch unser Land beim Bundeswettbewerb vertreten. Bereits am 21. August wird der Besuch der Kommission erwartet.

Gestern wurde aber mit allen platzierten Gemeinde gefeiert und das ausgiebig. Traditionell aber auch modern und selbstbewusst, so zeigte sich Picher. Auch wenn Bürgermeister Detlef Christ in seiner Rede etwas aufgeregt war, so konnte man ihm doch den unbändigen Stolz über diesen Erfolg des ganzen Dorfes anmerken. Entsprechend fielen auch seine Dankesworte aus.

Zum Festakt gehörten natürlich nicht nur die Reden der Politiker und deren Lob, gehörten nicht nur die einzelnen Auszeichnungen z. B. für Goldenstädt oder Prislich als nächstplatzierte Gemeinden. Vorbereitet war auch ein Kulturprogramm, das einen Einblick in das vielfältige Gemeindeleben Pichers ermöglichte. Luise Köhn von den Landfrauen eröffnete mit einem plattdeutschen Gedicht das Programm. Der Auftritt musizierender Schüler, der Gesang der Landfrauen, die Kinder aus der Kita sowie die Linedancer - Picher zeigte, dass es mehr zu bieten hat als eine sanierte Infrastruktur und schmucke Häuser. Zusammenhalt heißt das große Zauberwort, auch für die anderen Dörfer. Das war auch der Jury und der versammelten Landespolitik klar, denn Mecklenburgs Stärke liege eben auf dem Lande und dem aktiven Leben in seinen Dörfern.


Der Streit um den künftigen Kreissitz war zwar gestern nicht das Hauptthema, doch vor allem Till Backhaus konnte sich sehr deutliche Hinweise nicht verkneifen. Vor laut johlendem Zelt legte Backhaus ein klares Bekenntnis für Ludwigslust als künftigen Kreissitz ab. Außerdem forderte er Rolf Christiansen als künftigen Landrat des neuen Großkreises. Christiansen widersprach dem nicht. Doch auch er gibt den Kampf für Ludwigslust noch lange nicht verloren.


Picher zeigte sich auch nach dem Festakt von seiner besten Seite, es gab einen Rundgang, bei dem sich die Teilnehmer auch schon mal das nächste Projekt Pichers ansehen konnten. Die Gemeinde will die 30000 Euro für die Sanierung von Räumen in der alten Schule stecken. Und nicht nur Bürgermeister Christ versprach, dass Picher sich alle Mühe geben werde, MV würdig zu vertreten. Die Vorbereitungen würden bereits in den kommenden Woche beginnen, legte sich der Bürgermeister fest.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen