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Lokales

15. Dezember 2017 | 03:44 Uhr

Pfosten sperrt Weg um Labenzer See

vom

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2010 | 06:52 Uhr

Friedrichswalde | Spaziergänger, die auf dem Wanderweg um den Labenzer See unterwegs sind, stehen plötzlich vor einer Absperrung. Auf einem Abschnitt zwischen Bronzener Hirsch und Jagdschloss Friedrichswalde soll es für den Wanderer vorerst nicht weitergehen. "Die Forstverwaltung Friedrichswalde GbR hat die Gemeinde Blankenberg darüber informiert, dass durch den privaten Eigentümer auf besagtem Teilstück für den Baumbestand nicht die Verkehrssicherungspflicht übernommen werden kann", erklärt Christine Bouvier vom Sternberger Ordnungsamt. Die Gemeinde kann diese aber auch nicht leisten, weiß sie aus einer Beratung mit dem zuständigen Revierförster, dem Bürgermeister und der Naturparkverwaltung Sternberger Seenland.

Wanderwege wurden oftmals angelegt, ohne dass die Initiative dafür vom Eigentümer ausgegangen sei, weiß sie. "Durch den Eigentümer wurde der Weg dann geduldet". Problematisch wird es, wie jetzt beim Wanderweg um den Labenzer See, wenn sich auf dem Weg alte Bäume befinden, von denen eine Gefahr ausgehen könnte. Denn der Eigentümer ist nach dem Landeswaldgesetz hier in der Pflicht.

Revierförster Florian Rackwitz hat den Abschnitt nur ungern gesperrt, sieht derzeit aber keine andere Möglichkeit. "Hier wachsen Buchen, Eichen und alte Ulmen. Die Eichen sind um die 180 Jahre alt, die ältesten wohl 250 Jahre. Sie bieten Lebensraum für viele Tiere, beispielsweise für verschiedene Käfer, Fledermäuse und Spechte, die starke Trockenäste brauchen", beschreibt Rackwitz. Eine Fällung der Bäume kommt für den Fachmann deshalb nicht in Betracht. Und umfangreiche Pflegemaßnahmen wären mit sehr hohen Kosten verbunden. "Wir wollen eine Lösung finden", sagt Rackwitz. Vorerst bleibt der Waldweg gesperrt, auf Schildern macht er auf mögliche Gefahren aufmerksam. Florian Rackwitz hofft auf die Novellierung des Landeswaldgesetzes, das vorsieht, Waldbesitzer in Teilen aus ihrer Verkehrssicherungspflicht herauszunehmen, weiß er.

"Ja, das Gesetz ist zurzeit in der Novellierung. Wir wollen einen Paragrafen anpassen", erklärt Torsten Hackert vom Büro des Landwirtschaftsministers Till Backhaus. Geht die Änderung durch, bedeutet das, dass Waldbesitzer künftig insbesondere nicht haften für natur- und waldtypische Gefahren durch Bäume oder den Zustand von Wegen unabhängig von der Wegebeschilderung. "Geplant ist, dass das Gesetz zum Ende des Jahres in den Landtag geht", sagt Hackert und verweist auch darauf, dass die Bundesgesetzgebung hier schon vorangeht.

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