Pflücken verboten

Obstbaum-Alleen gibt es noch reichlich im Landkreis. Aber halt: Das Obst darf nicht gepflückt werden. Das ist verboten. Auch die Eigentümer ernten die Früchte nicht ab.
Obstbaum-Alleen gibt es noch reichlich im Landkreis. Aber halt: Das Obst darf nicht gepflückt werden. Das ist verboten. Auch die Eigentümer ernten die Früchte nicht ab.

An den Straßen im Landkreis wächst allerlei Obst. Die Pflaumen, Äpfel und Birnen werden jedoch nicht verspeist. Denn Pflücken ist verboten. Auch die Eigentümer ernten die Früchte nicht.

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14. September 2009, 08:32 Uhr

Bützow/Güstrow | Gelbe Mirabellen, süße Birnen und knackige Äpfel hängen an Straßenrändern in der Region. Der vorbei fahrende Radfahrer möchte gern eine Handvoll Früchte genießen. Doch vergeht derjenige sich womöglich an fremden Eigentum?

Bei den Eigentumsverhältnissen von Obstbäumen an Straßenrändern muss nach ihrer Lage unterschieden werden. An Bundes- und Landesstraßen ist das Straßenbauamt in Güstrow zuständig. Amtsleiter Alfred Kohlenberger verwaltet 53 000 Bäume im Kreis Güstrow. Davon seien gut sechs Prozent Obstbäume. "Es gibt genau 3303 Obstbäume an den Bundes- und Landesstraßen im Kreis", sagt Kohlenberger. Birnen kämen am häufigsten vor, danach folgen Äpfel, Kirschen und wenige Pflaumen. Die Obstbaumbestände an Straßenrändern seien meist alt. "Die Naturschutzbehörden machen heute Vorgaben über die Neuanpflanzung von Baumsorten", erklärt Kohlenberger. Obstbäume würden aber nur noch eher selten gepflanzt. Die Bäume und ihr Obst gehören dem Land, dem Kreis oder privaten Pächtern. "Somit sind die Besitzverhältnisse geklärt, und der Bürger darf die Früchte nicht pflücken", sagt Alfred Kohlenberger. Wer drei Äpfel vom Boden aufhebt, bekomme keine Schwierigkeiten. Wer allerdings mit einer Leiter körbeweise Früchte pflücke, mache sich strafbar.

Auf der anderen Seite verwerten Straßenbauamt oder Landkreis die Früchte, die an Straßen wachsen, auch nicht. Für den Kreis lohne sich eine Bewirtschaftung nicht. "Es gibt außerdem keine Untersuchungen über Belastungen des Straßenobstes", sagt Kreissprecherin Dr. Petra Zühlsdorf-Böhm, die vom Pflücken abrät. Auch an Kreisstraßen stehen vorwiegend Pflaumen, Birnen und Äpfel.

Wenn das Obst von den Eigentümern nicht geerntet wird, fällt es zu Boden und verfault. Tiere ernähren sich von diesem Fallobst. Für den Straßenverkehr sei es keine Gefahr. Volker Werner, Sprecher der Polizeidirektion Rostock, sind keine Unfälle bekannt, bei denen Obstbäume eine Rolle spielten.

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