Pfiffiges Theaterstück als I-Tüpfelchen

Gelungene Premiere: Erleichterung auch bei den Darstellern, die ihren Auftritt rührend meisterten.Christiane Großmann
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Gelungene Premiere: Erleichterung auch bei den Darstellern, die ihren Auftritt rührend meisterten.Christiane Großmann

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14. Juli 2010, 01:57 Uhr

Parchim | So spektakulär, wie das Schuljahr im Herbst vergangenen Jahres mit einer Festwoche zum zehnjährigen Bestehen der evangelischen Grundschule mit Orientierungsstufe "Paulo Freire" in Parchim begonnen hat, so furios ging es auch zu Ende: Der ganze Schulhof glich beim traditionellen Sommerfest kurz vor den Ferien für ein paar Stunden einem fröhlichen Mittelaltermarkt.

Für das I-Tüpfelchen sorgten allerdings die Klassenstufen 5 und 6, die mit einem raffiniert in Szene gesetzten Theaterstück das Publikum regelrecht verzückten. Pfiffig und sympathisch frech in ein modernes Märchen verpackt, bei dem auch das happyend nicht fehlte, erlaubten sich die Jungen und Mädchen eine eigene Meinung zur Landwirtschaftspolitik von Mecklenburg-Vorpommern. Die Botschaft des Schülerensembles hätte deutlicher nicht herüberkommen können: Die Kinder der Paulo-Freire-Schule stehen auf bäuerliche Landwirtschaft mit weitgehend natürlichen Bedingungen für Mensch und Tier. Hähnchenmastanlagen, in denen Hunderttausende Tiere ihr Dasein fristen, können einfach nicht die Alternative sein! Die zu Recht umjubelte Premiere ist das Ergebnis einer Projektwoche mit zwei bekannten Autoren, Regisseuren und Illustratoren, die selbst in unserem Bundesland heimisch sind: Bruno Blume und Jacky Gleich gaben den Kindern die Inspiration und die nötigen Freiräume, in denen sie sich selbst als Autoren eines Theaterstückes, als Kulissenbauer, Kostümbildner, als Schauspieler oder Sprecher verwirklichen konnten und so zugleich einen Einblick in den vielseitigen Theaterbetrieb erhielten. Finanziell griffen die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung, das Landesjugendamt sowie der Schulförderverein den jungen Theatermachern mit einer Förderung unter die Arme. Die Fäden für das alljährlich stattfindende bis ins Detail geplante Sommerfest laufen bei den Elternvertretern der orangenen Gruppe zu sammen. Diese Kontinuität hat sich eindeutig bewährt, findet auch Claudia Schabbel. Sie wirkt selbst seit ca. drei Jahren im Schulelternrat mit und hängt monatelang sehr viel Herz an die Vorbereitungen des Schuljahresabschluss-Höhepunktes. So wundert es nicht, dass in ihrem Kopf bereits die ersten Ideen für das Sommerfest 2011 schwirren, die bereits ab Herbst, wenn das neue Schuljahr beginnt, immer mehr Struktur erhalten sollen. Mit Jakob (10) und Charlotte (9) besuchen zwei ihrer drei Kinder die evangelische Schule. Im nächsten Jahr folgt auch der fünfjährige Anton seinen älteren Geschwistern in die Kreisstadt. Claudia und Peter Schabbel, die mit ihrer Familie in Unter Brütz zwischen Passow und Goldberg zu Hause sind, war es sehr wichtig, dass ihre Kinder ihre Schullaufbahn in einer Einrichtung in freier Trägerschaft beginnen. Dabei scheuten sie vor einiger Zeit auch nicht den vergeblichen Versuch, in ihrer Wohnregion eine Alternativschule zu gründen. An der "Paulo Freire" schätzt die Ergotherapeutin, wie Lehrer und Eltern gemeinsam mit den Aufgaben wachsen würden. Die Elternarbeit bereitet ihr persönlich viel Spaß: "Ich merke, meine Kinder fühlen sich wohl, andere Kinder fühlen sich wohl und es ist für mich eine persönliche Bereicherung, auch immer wieder neue Eltern kennenzulernen", sagt sie. In diesem Sommer wird die evangelische Grundschule elf Jahre jung. Zu Schuljahresbeginn präsentiert sich sich optisch in neuem Gewand. Seit Wochenbeginn laufen die Arbeiten an der Außenfassade. Sie erhält eine Dämmung, Sonnenschutz und einen schicken Farbanstrich.

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