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Lokales

17. Dezember 2017 | 05:37 Uhr

Perlendünger aus Kreidebruch

vom

svz.de von
erstellt am 17.Sep.2010 | 06:49 Uhr

Klementelvitz | Mit der Geschwindigkeit einer Windmühle drehen sich die riesigen Granulierteller im neuen Produktionstrakt des Rügener Kreidewerks Klementelvitz. Ununterbrochen rieselt weißgrauer Kreidekalk auf die beiden Tellerscheiben. Aus Düsen spritzt ein feiner Wasserstrahl auf das rollende Gemisch. Bei einer Feuchtigkeit von exakt zwölf Prozent klumpt die Kreide mit den dazugegebenen Mischungen zu kleinen Perlen zusammen. Über ein Förderband rollen die Granulat-Kügelchen in die benachbarte Lagerhalle.

Zwei Millionen Euro Fördermittel stecken in der neuen Anlage

Seit Inbetriebnahme der neuen Granulieranlage im Juli haben die Kreidewerker auf Rügen die Herstellung unterschiedlichster Düngemittelgranulate getestet. Je nach Kundenwunsch können künftig neben reinem Kreidekalk auch Mischungen mit Magnesium, Schwefel, Kalisalzen sowie mit Phosphorzuschlägen hergestellt werden, sagt Geschäftsführer Botho-Ekkehardt Hendel.

Rund 7,5 Millionen Euro, darunter fast zwei Millionen Fördermittel von Land und EU, wurden in diesem Jahr in die modernste Granulieranlage Europas investiert. Nach der Testphase können stündlich bis zu 25 Tonnen Düngemittelgranulat hergestellt werden. Damit will sich das zur niedersächsischen Dammann-Gruppe gehörende Kreidewerk auf Rügen ein neues Standbein sichern. Zugleich stieg die Zahl der Mitarbeiter von 40 auf 46.

Düngen soll schneller gehen und weniger Kraftstoff fordern

"Wir stellen unser neues Angebot derzeit auf der Mela in Mühlengeez vor", sagt Dammann-Prokurist Andreas Volkmann. Im Unterschied zu den bislang verkauften klassischen, pulverartigen erdfeuchten Düngekalken, brächten die Düngemittelperlen den Landwirte gleich mehrere Vorteile. Der Wichtigste: Mit "Granukal", so der Markenname, lassen sich beim Düngen von Stoppelfeldern deutlich größere Wurfweiten erreichen. "Statt nur sechs bis acht Meter wie bei der Pulvervariante fliegen die kleinen Kügelchen zu beiden Seiten jeweils etwa 18 Meter weit", erklärt Volkmann. Pro Ackerzug würden somit bei der Fahrgassenkalkung 36 Meter breite Schneisen in einem Gang mit Dünger versorgt. "Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Kraftstoff." Mit der größeren Reichweite haben die Landwirte laut Volkmann aber auch die Möglichkeit, zum Beispiel in bestehende Raps- oder Gerstebestände zu fahren. Praktisch könne man künftig nicht mehr nur im Herbst, sondern je nach Bedarf ganzjährig düngen, sagt Volkmann.

Das neue Angebot richtet sich vor allem an Landwirte, Händler und Genossenschaften in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Polen. Etwa 50 000 Tonnen Granulat sollen 2011 in Klementelvitz für den Inlandsbedarf hergestellt werden. Noch einmal soviel geht voraussichtlich über den Fährhafen Sassnitz an Kunden in Schweden, Großbritannien, Belgien, die Niederlande, Frankreich und Spanien.

Die neue Produktionslinie auf Rügen ergänzt bereits bestehende Kapazitäten in den ebenfalls zur Firmengruppe gehörenden Kreidewerken in Söhlde (Niedersachsen) und Lägerdorf (Schleswig-Holstein). Insgesamt wollen die Vereinigten Kreidewerke Dammann im kommenden Jahr etwa 250 000 Tonnen Düngegranulat herstellen.

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