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Perleberg Wittenberger offiziell freigeben

Von Doris Ritzka | 21.12.2017, 05:00 Uhr

Nach über einem Jahr Bauzeit und einer Investition von 1,5 Millionen Euro ist nun der 2. Bauabschnitt geschafft, Dritter soll folgen

„Schön ist die Wittenberger Straße geworden, auch wenn die Bauerei fast drei Monate länger gedauert hat“, gesteht Irmtraut Boche. Und ihr Mann Wolfgang ergänzt: „Jetzt wünschen wir uns, dass wir auch noch die Fertigstellung des 3. Bauabschnittes erleben“ – Richtung Bahnübergang mit Querung der Bahngleise und Anbindung der Entwässerung in die Stepenitz –, so das Vorhaben der Stadt.

Einschließlich Planung hat der am Mittwoch offiziell übergebene Abschnitt vom Marienplatz bis zur Feldstraße einschließlich Grahlplatz rund 1,5 Millionen Euro gekostet. Je zu einem Drittel sind Bund, Land und Kommune finanziell dabei. Eine ähnliche finanzielle Größenordnung dürfte auch der 3. Bauabschnitt kosten, prognostizierte Bürgermeisterin Annett Jura und ihr Blick ging Richtung der Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung Kathrin Schneider. Die zeigte sich recht optimistisch, denn im Kontext von denkmalgerechter Sanierung, der Förderung modernen Wohnens passe jener mit Ausrichtung auf Ausbau der Mobilität gut in dieses Konzept. Und auch von den anderen Vorhaben, wie Unterbringung der Stadtbibliothek am Großen Markt und Umzug des Archivs ins ehemalige Postamt, machte sich die Ministerin gestern gleich ein Bild. Denn auch hier geht nichts ohne Förderung, baut die Stadt auf das Stadtumbauprogramm 2018.

Mit dem 2. Bauabschnitt der Wittenberger Straße hat Perleberg eine ihrer Hauptverkehrsadern nach dem Bereich zwischen Schuhmarkt und Koloniestraße und dann bis Marienplatz nun auf weitere 250 Meter Länge von Grund auf saniert und modern gestaltet. Entstanden sind eine Asphaltfahrbahn, 38 Pkw-Stellplätze plus weitere 28 in den Einbahnstraßen am Grahlplatz. Der Regenwasserkanal wurde erneuert, hat jetzt eine größere Dimension. Land unter bei Starkregen in diesem Bereich, dürfte damit Geschichte sein. 420 Meter Trinkwasserhauptleitung einschließlich Hausanschlüsse ließ die PVU neu bauen, der WTAZV 65 Meter Hauptsammler. Drei Fahrgastunterstände entstanden, zwölf LED-Leuchten sorgen für ausreichend Licht, 48 Winterlinden wurden neu gepflanzt. Noch vieles ließe sich aufzählen, was nicht zuletzt auch für ein enges wie bewährtes Miteinander von Bauherr, der Stadt, dem Sanierungsträger, der BIG Städtebau, und den regionalen Versorgungsunternehmen spricht.

Das Besondere soll aber dennoch erwähnt sein: Denn einbezogen in die Neugestaltung habe man von Anbeginn neben Fachleuten vor allem auch Bürger. Drei Workshops zur Gestaltung der Straße gingen der eigentlichen Planung voraus. Künftig werden es noch häufiger Projekte mit Bürgerbeteiligung geben, stellte die Bürgermeisterin in Aussicht.

Besonders auch, die Einbindung von Schülern in die Gestaltung der Straße. „Mehr coole Bänke für Perleberg“, hieß das Projekt von Schülern der Schule an der Stepenitz im Rahmen der Zukunftswerkstatt. Mit der Künstlerin Ute Reeh ließen sie ihren Ideen freien Lauf, entwarfen und bauten Modelle von zwei Bänken nach ihren Vorstellungen und Wünschen. Entstanden sind eine Lümmel- und eine Schlangenbank, die nun in Nachbarschaft der Bushaltestellen in der Wittenberger Straße ihren Platz haben. „In Natura sehen die noch cooler aus, als auf dem Papier“, gestehen Jeane und Michael aus der 10. Klasse.

Besonders auch, wie die Planerin bestätigt: Das alte Kopfsteinpflaster ziert jetzt den Bereich zwischen Laufband und Häuser. Ein Stück Baugeschichte bleibt so nicht nur erhalten, sondern wurde neu in Szene gesetzt.

Ein Meilenstein, wie Infrastrukturministerin Kathrin Schneider das Perleberger Projekt beschrieb, ist geschafft. Und verbunden ist damit der Dank an alle, die ihr Scherflein dazu beigetragen haben, vor allem aber auch an die Anwohner, betonte Annett Jura.