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Prignitz Wettbewerb um die besten Köpfe

Von Hanno Taufenbach | 08.11.2012, 07:00 Uhr

Am häufigsten werden Kochlehrlinge gesucht, die Zahl der Ausbildungsstellen in der Prignitz sinkt und ein Trend zeichnet sich aus Sicht der Arbeitsagentur Neuruppin ganz klar ab: Der Wettbewerb um die besten Köpfe wird zunehmen.

So schätzt Cornelie Schlegel, Vorsitzende der Geschäftsführung, die aktuelle Situation vor der morgigen Berufsstartermesse Go! unserer Zeitung ein. Sie findet von 10 bis 13 Uhr in der Rolandhalle Perleberg statt.

Insgesamt sei der Ausbildungsmarkt im Bereich der Neuruppiner Agentur entspannt. Es gebe ausreichend Lehrstellen. Aber: "Das Spannungsfeld des Bewerbermangels wird dagegen immer deutlicher", heißt es im Ausbildungsbericht. Die Zahl der Lehrstellen sei seit 2009 mit rund 2700 annähernd stabil, aber in der Prignitz rückläufig: Im Jahr 2011/12 gab es nur 462 Stellen, statt 710 im vorherigen Ausbildungsjahr. Auch in Ostprignitz-Ruppin (OPR) ging die Zahl in gleicher Größenordnung zurück. Eine Zunahme hingegen gab es den Kreisen Havelland und Oberhavel. Die Zahl der Bewerber sank im Agenturbereich von 3665 auf 2864. Hauptursache dafür sei der Rückgang der Schülerzahlen bedingt durch den demografischen Wandel.

Die Top fünf der gemeldeten Ausbildungsstellen lauten: Koch, Verkäufer, Fachkraft Lagerlogistik, Kaufmann im Einzelhandel, Bürokaufmann. Nicht mehr unter den Top fünf sind die Restaurantfachleute. Nicht ganz identisch sind die fünf beliebtesten Berufswünsche der Bewerber. Hier führt klar der Kaufmann, vor Verkäufer, Bürokaufmann, KfZ-Mechatroniker und Koch.

Bis zum 31. Oktober wurden in der Prignitz von der Handwerkskammer 76 Ausbildungsverträge und 225 von der IHK unterschrieben. Das sind weniger als im Vorjahr: 76 und 225. Ob noch weitere dazu kommen, bleibe abzuwarten, so Schlegel. Im Agenturbereich gebe es immerhin noch 232 offene Stellen.

Schlusslicht bei den gemeldeten Bewerbern ist die Prignitz. 307 waren es 2011/12, davor noch 358. Das ist bemerkenswert, da es durch den doppelten Abiturjahrgang eigentlich einen Sondereffekt bei den Schulabgängern gab. Mit Abstand hat die Prignitz auch die geringste Anzahl der Schulabgänger: 635. In den drei anderen Kreisen ist die Schülerzahl deutlich höher und auch die Bewerberzahl, in OPR beträgt sie beispielsweise 824.

Als Fazit aus diesen Zahlen erwartet die Agentur für den Zeitraum 2012/13 erstmals einen realen Bewerbermangel. Es werde mehr Stellen als Bewerber geben. Damit seien die Jugendlichen in der vorteilhaften Situation, auswählen zu können. Ihre Entscheidung wird sich immer stärker an den Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen wie Arbeitszeit, Bezahlung und Karrieremöglichkeiten orientieren, meint Cornelie Schlegel.