Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Wahlmarathon in der Prignitz Wen und was dürfen die Prignitzer wählen?

Von lare | 26.02.2014, 12:00 Uhr

Kreiswahlleiterin Annett Löther gibt für unsere Leser einen Überblick

Im Mai steht den Prignitzern ein Wahlmarathon bevor. Gewählt wird das Europaparlament, der Kreistag, die Stadtverordneten und Gemeindevertreter, die ehrenamtlichen Bürgermeister sowie die Ortsbeiräte und Ortsvorsteher. Außerdem wird ausschließlich in der Prignitz ein Landrat gewählt. Erstmals dürfen Jugendliche ab 16 Jahren an der Wahl teilnehmen. Gemeinsam mit der Kreiswahlleiterin Annett Löther gibt unsere Zeitung Ihnen heute einen Überblick.


Der Landrat

Erstmals können die Prignitzer den Landrat selbst wählen. Bisher war das Aufgabe des Kreistages. Der erste Wahlgang findet am 11. Mai statt. Jeder Wähler darf nur eine Stimme für einen der Kandidaten vergeben. Bis jetzt haben Andreas Giske (CDU) und Torsten Uhe (parteilos) ihre Kandidatur erklärt. Noch bis zum 3. April 12 Uhr dürfen sich weitere Bewerber registrieren lassen. Die Bewerber müssen zwischen 25 und 62 Jahre alt sein. Eine spezielle Verwaltungsausbildung benötigen sie nicht.

Gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält. Eine einzige Stimme mehr, kann also schon den Ausschlag geben. Allerdings hat der Gesetzgeber eine Hürde eingebaut und eine Mindestwahlbeteiligung festgelegt. Mindestens 15 Prozent aller Wahlberechtigten müssen für einen Kandidaten stimmen. In der Prignitz sind das etwa 10 200 Wähler. Erst dann wäre die Wahl gültig.

Wird dieses Quorum nicht erreicht bzw. erzielt ein Kandidat nicht die nötige Mehrheit, kommt es zwei Wochen später am 25. Mai zu einer Stichwahl, bei der ebenfalls das Quorum erreicht werden muss. Gelingt das nicht, müsste wie bisher der Kreistag den künftigen Landrat wählen.

Der Wahlzettel hat die Farbe hellblau.


Der Kreistag

Die Mitglieder des Kreistages werden am 25. Mai gewählt. Bis zum 20. März dürfen Bewerber noch ihre Kandidatur erklären. Unter der jeweiligen Partei sind die Kandidaten aufgelistet. Der Wähler hat drei Stimmen. Diese dürfen auf mehrere Kandidaten verteilt oder alle einem einzigen gegeben werden.

Der Wahlzettel ist beige.


Stadt-/Gemeindevertreter

Für sie gelten die gleichen Regeln wie für den Kreistag. Bewerber müssen ihre Kandidatur bei der jeweiligen Verwaltung der Stadt, Gemeinde oder des Amtes abgeben. Der Wähler hat ebenfalls drei Stimmen.

Der Wahlzettel ist rosa.


Ehrenamtliche Bürgermeister

In den Kommunen werden die ehrenamtlichen Bürgermeister direkt gewählt und nicht durch die Abgeordneten. Die Namen der Kandidaten für die jeweilige Gemeinde stehen auf einer extra Wahlliste. Hauptamtliche Bürgermeister wie in Wittenberge oder in Karstädt und Amtsdirektoren werden nicht gewählt.

Der Wahlzettel ist orange.


Ortsbeirat/-vorsteher

Wenn Gemeinden in zugehörigen Dörfern einen Ortsbeirat oder einen Ortsvorsteher haben, werden auch diese gewählt (außer Perleberg).

Der Wahlzettel ist grün.


Europawahl

Zeitgleich mit den Kommunalwahlen finden die Wahlen für das Europaparlament statt. Der Stimmzettel ist fast einen Meter lang, so viele Parteien und Wählergemeinschaften treten an. Jeder Wähler darf nur eine Stimme vergeben.

Der Wahlzettel ist weiß.


Auszählung

Die Reihenfolge der Auszählung ist vorgegeben und richtet sich nach der Bedeutung des jeweiligen Parlaments. Zuerst wird die Europawahl ausgezählt. Sollte es bei der Landratswahl zu einer Stichwahl kommen, wird dieses Ergebnis als zweites ermittelt. Dann folgen Kreistag, Stadtverordnete und Gemeindevertreter, ehrenamtliche Bürgermeister, Ortsbeirat und Ortsvorsteher.

Bis Mitternacht erwartet Annett Löther die vorläufigen Endergebnisse für die Europawahl und für den Landrat. Falls für diesen am 25. Mai kein zweiter Wahlgang notwendig sein sollte, könnten bis Mitternacht Ergebnisse für den Kreistag vorliegen. Alle weiteren Ergebnisse seien erst im Laufe der Nacht zu erwarten.

Das Auszählen der Stimmen darf nicht abgebrochen werden, notfalls muss es bis zum Morgengrauen fortgesetzt werden. Die Kommunen seien angehalten, ausreichend Wahlhelfer einzusetzen. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich bei seiner zuständigen Verwaltung melden.