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Landratswahl Torsten Uhe kandidiert

Von lare | 12.02.2014, 22:00 Uhr

1. Beigeordneter von Hans Lange wird mit Unterstützung von SPD und Linkspartei nominiert / Vorstellung gestern in Pritzwalk

Was lange hinter vorgehaltener Hand vermutet wurde, ist nun amtlich: Torsten Uhe, 1. Beigeordneter des Landrates, geht als Kandidat der SPD und mit Unterstützung der Linkspartei ins Rennen um den Posten des Verwaltungschefs. Gestern hatten beide Parteien zu einem Gespräch nach Pritzwalk eingeladen, in dem sie Uhe offiziell als ihren Kandidaten vorstellten und gemeinsam einen Ausblick auf die künftigen Herausforderungen im Landkreis gaben.

„Es hat lange und intensive Gespräche gegeben, in denen wir festgestellt haben, dass es viele Schnittpunkte gibt“, sagte Harald Pohle, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Prignitz. „Darüber hinaus schätzen wir Torsten Uhe als ausgewiesenen Fachmann, der seit fast 25 Jahren in der Kreisverwaltung tätig ist, sich bestens auskennt und der richtige Mann für die Aufgaben ist, die auf uns zukommen.“ Gerüchte um vermeintliche Kandidaten aus den eigenen Reihen bezeichnete Pohle ebenso als Spekulation wie den Vorwurf, die SPD habe Uhe seinerzeit bei der Wahl zum 1. Beigeordneten ausgebremst.

Thomas Domres, Kreisvorsitzender der Linkspartei, lobte vor allem Uhes Zielorientierung und Kompromissbereitschaft. „Wittenberge hat mit Bürgermeister Dr. Oliver Hermann gezeigt, dass es besser ist, einen Kandidaten aufzustellen, der von einer möglichst breiten Basis getragen wird, als parteipolitische Interessen zu folgen. Bei der Wahl des neuen Verwaltungschefs muss das Wohl der Prignitz im Vordergrund stehen, und dafür können wir uns keinen besseren Landrat vorstellen als Torsten Uhe.“

Mit diesem Vertrauensvorschuss bedacht, gab der Kandidat selbst einen Einblick in den Prozess seiner Entscheidung. „Nachdem ich als stellvertretender Landrat fünf Jahre lang mehr Verantwortung übernehmen durfte und musste, konnte ich Ende des vergangenen Jahres für mich guten Gewissens die Entscheidung treffen, dass ich antrete, offen war jedoch das Wie“, sagte Uhe. Schließlich habe er sich – nicht zuletzt mit Blick auf die rot-rote Landesregierung – für die Unterstützung der Parteien entschieden. „In Potsdam wird gute Arbeit geleistet, und die künftigen Aufgaben sind ohne Landesunterstützung nicht zu meistern.“

Die zwei größten Baustellen, die auf den künftigen Landrat zukommen, sind aus Uhes Sicht die Daseinsvorsorge und die Präsentation der Prignitz als attraktive Region für junge Menschen. „Beides steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem demografischen Wandel. Heute ist jeder vierte Prignitzer 65 oder älter, 2030 wird es fast jeder zweite sein. Das schafft enorme Herausforderungen für die medizinische Versorgung, Pflege und Mobilität. Andererseits sinkt die Zahl der Prignitzer im erwerbsfähigen Alter, was in Verbindung mit unserer Wirtschaftsentwicklung heißt, dass es gute Arbeitsmarktchancen für junge Menschen gibt. Und genau dieses Potenzial in Verbindung mit unserer Lage zwischen Hamburg und Berlin müssen wir stärker hervorheben.“

Ebenso wichtig wie die „inneren Angelegenheiten“ ist Uhe der Blick über die Kreisgrenzen hinaus. „Jüngst konnten in Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn in Ostprignitz-Ruppin wichtige Forderungen durchgesetzt werden, konkret der Erhalt zweier Bahnstrecken und eine verstärkte Berücksichtigung unserer Situation als Flächenlandkreise bei der Zuweisung von Landesmitteln. Diesen Weg möchte ich beibehalten, denn er zeigt, was wir schaffen können, wenn wir gemeinsam für etwas einstehen.“

Natürlich kommt auch Torsten Uhe um die Dauerbrenner nicht herum. Priorität für den Hochwasserschutz, ein klares Ja zur A 14 – mit diesen Themen will Uhe bei den Wählen punkten. Auch mit der Kritik an einer vorschnellen Kreisgebietsreform – die seiner Einschätzung nach ohne Funktionalreform keinen Sinn ergebe – dürfte er auf einer Wellenlänge mit vielen Bürgern liegen. „Ministerpräsident Platzeck hat einst gesagt, dass Zukunft Herkunft braucht. Ich bin der Meinung, Zukunft braucht vor allem Erfahrung, und angesichts der Tatsache, dass ich im September meine Silberhochzeit mit der Kreisverwaltung begehe, traue ich mir die Aufgabe zu.“

In diesem Jahr wird der Landrat erstmals direkt von den Bürgern gewählt. Um erfolgreich zu sein, benötigt ein Kandidat rund 10 400 Stimmen. Beim bisherigen Wahlmodus durch die Kreistagsmitglieder reichten 46.