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Lenzen: Augenzeugen erkannten Hilfeschreie nicht Taucher finden Toten im Rudower See

Von Hanno Taufenbach;Torsten Gottschalk | 04.10.2011, 07:38 Uhr

Der Verdacht vom Montag ist traurige Gewissheit: Die im Rudower See vermisste Person konnte nur noch tot geborgen werden. Das bestätigte am Dienstag die Polizei.

Der Verdacht vom Montag ist traurige Gewissheit: Die im Rudower See vermisste Person (wir berichteten) konnte nur noch tot geborgen werden. Das bestätigte am Dienstag die Polizei.

Bei dem Verunglückten handelt es sich um einen 38-jährigen Mann, der mit seiner Familie ein Wochenende in einem Lenzener Hotel verbracht hatte. Die Familie lebt in Hamburg, ist aber afghanischer Abstammung, so die Polizei auf Nachfrage.

Ein Teil der Familie hatte sich am späten Montagnachmittag ein Ruderboot und zwei Einerkajaks ausgeliehen, war auf dem See in Ufernähe unterwegs. Der 38-Jährige kenterte mit seinem Kajak, ging unter. Im zweiten Kajak habe seine Tochter gesessen. Ein anderes Familienmitglied sprang aus dem Ruderboot ins Wasser, bekam den Verunglückten aber nicht mehr fassen.

Laute Stimmen schallten zum Ufer herüber. Doch offenbar deutete diese niemand als Hilfeschreie. Wohnmobiltouristen, Besucher der Seegaststätte und Kleingärtner sagten übereinstimmend, dass sie nicht verstanden, was die Menschen riefen. Es habe eher den Anschein gehabt, dass hier eine fröhliche Familienfeier im Gange sei, äußerte sich ein Augenzeuge. Erst nach rund 20 Minuten seien auf Deutsch Hilferufe zu hören gewesen. Die Leitstelle in Potsdam wurde informiert, ein Kleingärtner ruderte mit seinem Boot hinaus, wollte helfen.

Einsatzkräfte der Feuerwehren Lenzen und Wootz begannen mit der Suche. Die Unglücksstelle befindet sich nur etwa 15 Meter vom Ufer entfernt. Das Wasser sei dort gerade mal 2,50 bis drei Meter tief, schätzen Einheimische. Die Suche blieb erfolglos. Erst durch die Leitstelle angeforderte Taucher aus Mecklenburg fanden das Opfer am Abend.

Offiziell sei ein unnatürlicher Tod festgestellt worden, so die Polizei. Sie leitete ein Todesermittlungsverfahren ein. Ob der Mann schwimmen konnte, sei nicht bekannt. Über das weitere Vorgehen entscheidet die Staatsanwaltschaft Neuruppin. Ein Fremdverschulden werde aber ausgeschlossen, hieß es am Dienstag.