Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Lenzen Stiftungen einigen sich in Lenzen zur Energiewende

Von Katarina Sass | 07.10.2011, 06:38 Uhr

Das hat es auf der Burg Lenzen noch nie gegeben: 54 Vertreter von bundesweiten Umwelt-Stiftungen haben sich hier drei Tage lang getroffen.

Hier tüftelten sie eine Lenzener Erklärung aus, die schon in der kommenden Woche Eingang in die Bundespolitik finden soll.

Zusammengekommen ist auf Einladung des BUND der Arbeitskreis Umwelt des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Darunter: die Allianz als größte Stiftung, die Heinz Sielmann Stiftung, die Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt sowie die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung.

"Im öffentlichen Diskurs und auf der politischen Agenda ist die Energiewende ein zentrales Thema. Dem können sich auch die Umwelt-Stiftungen nicht entziehen", erklärte Dr. Lutz Spandau. Er ist der Sprecher des Arbeitskreises und im Vorstand der Allianz-Stiftung.

In verschiedenen Vorträgen erarbeiteten die Mitglieder ein Arbeitspapier - die so genannte Lenzener Erklärung zur Energiewende. Es soll unter anderem Grundlage für die Bundestagsabgeordneten sein. Inhaltlich bekennen sich die Mitglieder zum Atomausstieg und zum Ausbau regenerativer Energien. "Die Frage ist, wie der Wandel gestaltet werden soll und wie wir uns einbringen können", so Spandau. Dass regele nun das Dossier. Konkrete Schritte seien darin noch nicht formuliert, sie ist mehr allgemein gehalten. "Die Erklärung muss für alle Stiftungen gelten und auch den verschiedenen Satzungen entsprechen."

Für den Bürger könnten die Ergebnisse des Arbeitskreises eines Tages bedeuten, dass die Umwelt-Stiftungen gemeinnützige Projekte hinsichtlich der Energiewende finanziell unterstützen.

Spandau begreift den Arbeitskreis als durchaus wichtige gesellschaftliche Kraft in Deutschland. Addiert man das Kapital aller Umwelt-Stiftungen, käme man auf eine Summe von mehreren Millionen Euro, schätzt Spandau. Allein die Allianz Umweltstiftung verfügt über ein Grundstockkapital von 50 Millionen Euro. Entsprechende Projekte finanziert sie ausschließlich aus den Zinsen. "Wer kann risikobehaftete Projekte umsetzen, wenn nicht wir", fragt Spandau rhetorisch stellvertretend für den Arbeitskreis. In den kommenden Monaten soll die Erklärung mit Inhalten gefüllt werden. Wichtig sei allen Beteiligten, so betont Spandau, Projekte nicht nur mit und für die Region zu initiieren, sondern vor allem durch die Region.

Die Burg Lenzen habe sich hervorragend für das Treffen des Arbeitskreise, der jedes Jahr an einem anderen Ort zusammenkomme, geeignet.

Ab Montag werde die Lenzener Erklärung "ins politische Berlin eingespielt". Spandau rechnet damit, dass es für Diskussionsstoff im Parlament sorgen wird.

Auf den Arbeitskreis ist auch der Deutsche Klimapreis und der Klimakongress 2010 zurückzuführen. Die Oberdorfer Erklärung zum Klimawandel war laut Lutz Spandau Grundlage für die anschließende Debatte in der Bundesrepublik.