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Wittenberge Ständchen beim Einkauf

Von Redaktion svz.de | 28.02.2019, 09:54 Uhr

Roland Braun zieht mit seiner Gitarre von Ort zu Ort / Stippvisite in der Bahnstraße Wittenberge

Warme Sonnenstrahlen fallen auf das Kopfsteinpflaster der Bahnstraße, während angenehme Gitarrenklänge erklingen. Ein Hauch von Lebendigkeit begleitet die Wittenberger am Mittwochnachmittag. „Das ist ein toller Musiker“, meint Heike Lensky während ihrer Arbeitszeit im Tee- und Kaffeehaus. Die Tür ist weit geöffnet, denn „bei 15 Grad und einer musikalischen Untermalung ist das selbstverständlich“, betont sie. Auch ihr Arbeitskollege Volkmar Gude bestätigt: „Musik belebt eine Straße und lädt zum Verweilen ein“.

Recht hat er. Passanten jeden Alters bleiben stehen, lauschen der Musik. Roland Braun greift in die Saiten seines Instruments, stimmt „Love her madly“ von The Doors an. Er bezeichnet sich selbst als einen Weltenbummer, erzählt von Reisen nach Spanien, Italien, Frankreich, Marokko, Griechenland, Schweden. Heute Prignitz, Wittenberge.

Musiker wie Neil Young oder Jim Morrison würden ihn inspirieren, meint der 58-Jährige, der auch eigene Songs schreibt, mit ihnen Geschichten erzählen möchte. „Ich lebe Musik“, sagt er. Er spiele nicht nach Noten, sondern nur nach Gehör. Neben Gitarre auch Mundharmonika und Flöte. „Mit 14 Jahren kaufte ich mir zu meiner Konfirmation einen Kassettenrekorder und hörte abends Radiomusik.“ Kurz darauf begann er mit der Gitarre zu üben.

Auf seinen Reisen bleibe er zwei bis drei Monate in einem Land, lebe von der Musik. Früher habe er auch draußen geschlafen, war zeitweilig obdachlos. Wittenberge war für ihn nur eine Stippvisite, schon am Abend wollte er sein Instrument einpacken, weiter nach Braunschweig fahren, wo er lebt.

Doch Roland Braun plagt das Reisefieber. Lange werde er es wohl auch dort nicht aushalten. Schon bald wolle er mit dem Fahrrad und seiner Gitarre Nordbrandenburg bereisen.

Tabea Klitzsch