Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Gemeinde Karstädt Staeck setzt weiter auf die Wirtschaft

Von Manfred Drössler | 12.09.2011, 08:36 Uhr

Die Wähler der 13 Ortsteile entschieden am Sonntag: Amtsinhaber Udo Staeck (CDU) soll für weitere acht Jahre Bürgermeister der Gemeinde Karstädt bleiben (wir berichteten).

Formell muss der Wahlausschuss am Donnerstag noch die Rechtmäßigkeit des Ergebnisses bestätigen und Udo Staeck öffentlich bekunden, dass er die Wahl annimmt. Die neue Amtszeit beginnt am 18. Dezember.

Außer in Karstädt standen am Sonntag in weiteren 36 Städten und Gemeinden Brandenburgs Bürgermeisterwahlen an. Mit einer Wahlbeteiligung von 51,79 Prozent lagen die Karstädter Wähler über dem Landesdurchschnitt von 46,4 Prozent. Mit 30,3 Prozent fiel der Urnengang in Ketzin am geringsten aus.

Mit 1850 Stimmen vereinte Udo Staeck 66,05 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich. 261 Bürger stimmten per Briefwahl ab, hier lag das Votum für den Amtsinhaber mit 70,5 Prozent über dem Gesamtdurchschnitt. Herausforderin Heike Schulz (parteilos mit dem Mandat der SPD) erhielt 956 Stimmen (33,95 Prozent). Das höchste Wählervotum erreichte Staeck in Pinnow (88,5 Prozent), gefolgt von Laaslich (80,2), Reckenzin (75,5), Groß Warnow (73,6) und Karstädt (70,7). Knapp über 50 Prozent waren es in Postlin (52,3) und Mankmuß (51,5). Keine Mehrheit erreichte er dagegen in Nebelin, dem Heimatort von Heike Schulz, sowie in Dargardt. Hier vereinte die Herausforderin 69,3 bzw. 62,5 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich.

"Ich bin nicht enttäuscht, sondern hoch zufrieden und danke allen, die mir ihre Stimme gaben. Es ist das, was wir erreichen konnten" wertet Heike Schulz gegenüber dem "Prignitzer" gestern noch einmal das Wahlergebnis. Sie sei im Rahmen des Wahlkampfes bis auf Pröttlin (krank, hier vertreten durch SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler) in allen Ortsteilen gewesen und habe viele Gespräche mit den Bürgern geführt. Themen waren unter anderem der Verkauf kommunaler Wege an Privat, womit die Bürger nicht einverstanden seien, sowie Spielplatz-Fragen.

Was die Bürger bei allem unbestrittenen wirtschaftlichen Fortschritt in der Gemeinde vermissen, sei die zwischenmenschliche Komponente des Bürgermeisters, so Schulz. "Nach der Wahl ist vor der Wahl. Das heißt, ich werde mich auch nach dem Wahlkampf weiter politisch engagieren", betonte die 49-Jährige. Im Blick hat sie dabei auch die nächsten Kommunalwahlen 2013, wenn die Abgeordneten in Städten und Gemeinden neu bestimmt werden.

"Auch ich danke allen, die zur Wahl gingen und mir das Vertrauen gaben", erklärt Udo Staeck gestern noch einmal. Als Schwerpunktthemen der weiteren Arbeit nannte das Gemeindeoberhaupt neben der Unterstützung des Baus der A 14, das geplante KMG-Seniorenheim und weiterer Investitionen im Gewerbegebiet, die Erschließung einer neuen Gewerbefläche gegenüber dem Dachziegelwerk, zwischen B 5 und geplanter Autobahn. Ein bereits Ende 2010 gestellter Förderantrag werde gegenwärtig für einen Gesprächstermin am 13. Oktober bei der ILB in Potsdam präzisiert.

"Weitere Vorhaben sind der Umbau des Sportlerheims von Hertha Karstädt sowie die Schaffung baulicher und personeller Voraussetzung für eine Inte grationskita", so Staeck weiter. Auch werde man Möglichkeiten zur Verbesserung von Ortsdurchfahrten wie in Reckenzin, Streesow oder Laaslich prüfen.

Zur Verwaltungsarbeit erklärte der 57-Jährige, dass es nach wie vor um eine bürgerfreundliche Arbeit gehe. Was den Verkauf kommunaler Waldwege angehe, wie von Heike Schulz angesprochen, so habe die Gemeindevertretung entsprechende Anträge von Waldeigentümern abgelehnt. Einem Verkauf von Wegen durch die Feldmark werde nach Prüfung nur dann zugestimmt, wenn es ringsherum nur einen Eigentümer gebe, der den Acker bewirtschaftet. "Wir haben auch schon von der BVVG verkaufte Wege zurück gekauft", so Staeck.