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Wachstumskern zieht Bilanz So sichert die Region Fachkräfte

Von HATA | 12.12.2016, 21:13 Uhr

Wachstumskern will Erfolgsprojekte fortführen

Die Prignitz findet ausreichend Fachkräfte, auch wenn es sich in einigen Branchen schwierig gestaltet. Zu diesem Ergebnis kommen der Wachstumskern Prignitz (RWK), die Wirtschaftsinitiative Westprignitz und der Landkreis. Das Erfolgsrezept lieferten sie beim gestrigen Pressegespräch in Karstädt gleich mit: die gemeinsamen Aktivitäten zur Fachkräftesicherung.

Seit drei Jahren engagiert sich der RWK mit einer Vielzahl von Maßnahmen. „Wir haben geschaut, welche erfolgreich sind und fortgeführt werden sollen“, sagt Koordinatorin Sandra Balkow. Sie räumt ein, dass sich Erfolg in diesem Fall selten an Zahlen zeigt. So lassen sich gebürtige Prignitzer nach ihrer Rückkehr in die Heimat nicht statistisch erfassen. „Aber unsere Unternehmen bekommen alle ihre Stellen besetzt“, so Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Als Beispiele nannte er die drei großen Ansiedlungen: Francotyp, Austrotherm, Minimax. „Hätte ein Unternehmen seine Stellen nicht besetzen können, hätten sich weitere gar nicht erst angesiedelt“, meint Hermann.

IHK und Kreishandwerkerschaft schließen seit drei Jahren eine konstante Zahl an Ausbildungsverträgen ab. Zusammen sind es rund 270. Der Landkreis habe alle hoch qualifizierten Fachstellen besetzt. Erst kürzlich konnte ein Amtsarzt eingestellt werden. „Er zieht aus Bayern in die Prignitz“, sagte Edelgard Schimko, im Kreis zuständig für Wirtschaft.

Ausbildungsbroschüre, Berufsinformationstage, Go!-Messe, Karrieretag – all das seien Beispiele für gelungene Projekte. Schüler erfahren früh, welche Chancen sie in der Region haben. Ganz wichtig sei daher das Netzwerk Schule-Wirtschaft, unter anderem mit dem Projekt „Pokal der Wirtschaft“. Dabei nehmen Schüler der 8. und 9. Klassen Kontakt zu Firmen auf, setzen sich mit Themen wie Familienfreundlichkeit oder Digitalisierung auseinander und schreiben eine Facharbeit.

Als besonders herausragend bezeichnet Wittenberges Wirtschaftsförderer Christian Fenske den Prignitzer Fachkräftekompass. „Der ist die Personalabteilung für die Hosentasche“. Personalplanung und -marketing, Mitarbeitermotivation, akademische Weiterbildung – kein Bereich wird ausgeklammert. Dazu Ansprechpartner und Adressen. „Gedruckt oder als PDF auf jedes Smartphone ist es für Unternehmer ein hochwertiges Werkzeug“, sagt Fenske.

Der Kompass und andere Projekte zur Fachkräftesicherung hätten Aufsehen erregt. Kürzlich seien die besten Projekte auf einem Treffen der Technologienzentren des Landes vorgestellt worden.