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Der Prignitzer Signal

Von Benjamin Lassiwe | 07.09.2009, 07:18 Uhr

Begeistert dürfte Angela Merkel darüber nicht gewesen sein: Den Veranstaltern zufolge demonstrierten am Sonnabend 50 000 Menschen in Berlin für die konsequente Fortsetzung des Atomausstiegs.

Nach Polizeiangaben waren es rund 17 000. Doch egal, wie viele nun genau mit Treckern, Ballons und Transparenten durch die Bundeshauptstadt zogen: Mitten im Wahlkampf war die Demonstration ein eindrückliches Signal. Zumal zeitgleich eine Umfrage veröffentlicht wurde, wonach 59 Prozent aller Bundesbürger gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken sind. Angesichts der jüngsten Vattenfall-Pannenserien im Kraftwerk Krümmel und einer Studie, die erneut versucht, einen Zusammenhang zwischen Leukämie und Atomkraft herzustellen, ist das nur verständlich. Dass Atomkraft sicher und beherrschbar ist, glaubt in Deutschland kaum noch jemand - außer natürlich den Energiekonzernen und ihren Freunden in den Wahlkampfzentralen von CDU und FDP. Denn die vor allem von den großen Energiekonzernen geforderte Laufzeitverlängerung findet sich weiterhin in den Wahlprogrammen des bürgerlichen Lagers. Die ausgebildete Physikerin Merkel jedenfalls sollte angesichts der Großdemo vielleicht einmal in sich gehen: Denn würden CDU und FDP ihr Bekenntnis zur Atomkraft aufgeben, wäre eine konservativ-liberale Bundesregierung am 27. September sicherlich für noch mehr Menschen wählbar.