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Karstädt Schlug der Brandstifter wieder zu?

Von mand | 11.08.2013, 07:02 Uhr

Es war kein Feuerwerk mit lautem Knallen, das am Sonntag gegen 22.27 Uhr die Einwohner von Karstädt aufschreckte.

Vielmehr brannten Strohballen in einer Lagerhalle am Weg zum Klärwerk und die Hitze ließ die Eindeckung mit Asbestplatten nur so platzen und in die Luft fliegen. Als die acht alarmierten Wehren eintrafen, stand das Gebäude bereits in voller Ausdehnung in Flammen. Da der Stall allein auf weiter Flur stand, ließen die Wehren das Feuer kontrolliert abbrennen und richteten eine Nachtwache ein.

"Selbstentzündung ist ausgeschlossen, wir gehen von Brandstiftung aus", erklären Karstädts Wehrführer Hartmut Gerloff und auch Lothar Pawlowski, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Karstädt. Die Genossenschaft ist Eigentümer des Gebäudes und lagerte hier ca. 400 Strohballen ein. Die letzten Arbeiten wurden erst am Sonnabend Nachmittag beendet und die Tore verschlossen.

Den reinen Strohschaden beziffert Pawlowski auf 6000 Euro. Dazu komme der Wiederbeschaffungswert der massiven Halle, denn die enorme Hitze drückte das Mauerwerk auseinander. Auch wenn das Gebäude als ehemalige Rohr- und Technikhalle für die Abwasserberegnung der alten Kläranlage aus DDR-Zeiten stamme und vom Buchwert her abgeschrieben sei - "für 50 000 Euro ist die nicht neu aufzubauen", so der Agrar-Chef.

Die Region um Karstädt erlebte mit diesem Feuer den dritten Strohbrand innerhalb weniger Tage. Geht ein Feuerteufel um? "Alle sind zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Wo machbar, ist Verschlusssicherheit herzustellen", appellieren Pawlowski und Gerloff an die Bevölkerung und besonders an Landwirtschaftsbetriebe. Der Agrarchef führt zudem Bewegungsmelder und Fotofallen als zusätzliche Überwachungs- bzw. Kontrollhilfsmittel ins Feld.

Soweit es das Abbrennen und Abkühlen des Brandherds es zulässt, werden Kriminaltechniker die Brandursache ermitteln, hieß es aus dem Polizeikommissariat Perleberg. Auch werde man mit erhöhter Wachsamkeit in dem Bereich Streife fahren.