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Windkraft und Kandidaten Putlitz-Berge schon voll im Jahr

Von Ronald Ufer | 07.01.2019, 05:00 Uhr

Amt Putlitz-Berge befürchtet, auch künftig bei den Beschlüssen zum Widkraftausbau keine Stimmrecht zu erhalten

Mag anderswo das Jahr gemächlich angelaufen sein, im Amt Putlitz-Berge stehen Verwaltung, Bürgermeister und Abgeordnete schon voll unter Strom. Und so war der Neujahrsempfang des Amtsdirektors am Sonnabend weniger Rückschau auf 2018, sondern in vielen Gesprächen ein Austausch, was für die nächsten Monate an Projekten angelaufen ist. „Der Amtshaushalt ist beschlossen, bei den Kommunen sind die Vorbereitungen weit fortgeschritten, in den nächsten Wochen wird beraten“, konstatierte Amtsdirektor Hergen Reker. „Finanziell könnte es etwas besser laufen als 2018, auch durch die höheren Zuweisungen des Landes. Dem stehen aber höhere Aufwendungen im Kitabereich durch geänderte Elternbeiträge entgegen. Letztlich müssen die Träger-Kommunen für geringere Einnahmen aufkommen.“

Die Diskussionen gingen auch über die Amts- und die Kreisgrenze hinaus, besonders beim Thema Windkraft. Die geplante Neuordnung der Vertretung in den Regionalen Planungsgemeinschaften, wo Windeignungsgebiete beschlossen werden, stößt nicht nur in Putlitz-Berge auf wenig Gegenliebe. „Landesweit sollen künftig Kommunen ab 5000 Einwohnern, nicht mehr erst ab 10 000 wie bisher vertreten sein. Damit würden laut Einschätzung der Landesregierung drei Viertel der Einwohner Brandenburgs vertreten sein“, erläuterte Reker. „In der Prignitz mit den kleinen Ämtern und Kommunen wären nur 38 Prozent der Bürger repräsentiert. Vor allem in deren Bereichen stehen die meisten Windräder und gibt es Pläne für neue. Die Neuregelung nutzt der Prignitz wenig“, so der Amtsdirektor. „Besser wäre es, wenn alle Hauptverwaltungsbeamten in der Regionalen Planungsversammlung entscheiden könnten.“ Auch Putlitz-Berge bliebe sonst außen vor, die Einwohnerzahl sank um 40 auf 4892.

Auch die anstehenden Kommunalwahlen nahmen viel Raum ein. Die Vorbereitungen in der Verwaltung liefen gut, sagte der Amtsdirektor. Schwieriger sei die Kandidatengewinnung für die Stadtverordnetenversammlung und die Gemeindevertretungen sowie die ehrenamtlichen Bürgermeister.

Ähnlich sieht es der Putlitzer Bürgermeister Bernd Dannemann, der nach fast 22 Jahren nicht mehr antritt: „Auch jene, die bisher in der zweiten Reihe standen oder auch anderer Meinung als die Abgeordneten waren, sollten kandidieren, ihre Ideen und Vorstellungen zur Wahl stellen“ betonte Dannemann. Dass ein neuer Bürgermeister frische Ideen einbringe und andere Schwerpunkte setzen würde als ein langjähriger Bürgermeister, sei normal und könne die Stadt auch voranbringen.

Ein wichtiges Projekt für 2019 bilde in Putlitz die Neugestaltung des Schulhofes und von Teilen der Haustechnik. Das gelte besonders für den Brandschutz und Teile der Elektroanlage, die noch auf dem Stand von 1969 sei, als die Schule eröffnet wurde, erläuterte der Bürgermeister. Putlitz habe die Eigenmittel eingestellt, bezüglich der Fördermittelanträge sei er optimistisch, so Dannemann. Wegen der Größe müsse das Projekt in zwei Jahresscheiben umgesetzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt sei das Mehrzweckgebäude am Sportplatz und Schwimmbad.

Dannemann hofft, bald vom Investor zu hören, der das Gelände am Burghof im Dezember ersteigerte. Noch sind er und seine Pläne unbekannt. „Das Wohnhaus ist gut in Schuss. Auf dem Gelände geht vieles, was Putlitz nutzen würde. Das Areal ist allemal die Kaufsumme wert“, betonte Dannemann.