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Beschluss der Stadtverordneten Obdachlose durch Arche betreut

Von Doris Ritzka | 20.12.2016, 05:00 Uhr

Perleberger Stadtverordnete sprachen sich einhellig für Zusammengehen mit der Awo aus

Wie Wittenberge will auch Perleberg die Betreuung von Obdachlosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Bürgern, wie es im Amtsdeutsch heißt, der Awo-Arche Prignitz gemeinnützigen GmbH übertragen. Dafür votierte die Stadtverordnetenversammlung letztlich einstimmig, aber nicht diskussionslos. Für besagte Debatte sorgten die Kosten. 8173 Euro für die Obdachlosenunterbringung waren es 2015, jetzt ist die Rede von 19 151 Euro, die entsprechend einem Einwohnerschlüssel im neuen Jahr auf die Stadt zukommen.  „Gerechtfertigt“, hielt Gertrud Madaus (SPD) entgegen. Denn hier gehe es nicht schlechthin um eine Unterbringung, sondern um die Betreuung von Obdachlosen bzw. von Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht seien.

Bürgermeisterin Annett Jura wurde beauftragt, einen entsprechenden Vertrag zu unterzeichnen, der zum 1. Januar 2017 in Kraft treten soll.

Bis dato bestand in diesem Bereich eine Kooperation mit Wittenberge. Im Klartext: Obdachlose aus Perleberg nutzen die Unterkunft in Wittenberge. In den Jahren 2014 und 2016 wurde je ein Obdachloser aus Perleberg dort untergebracht. 2012 und 2013 waren es jeweils zwei. Vertraglich wurde auch der Kostenanteil geregelt, mit dem Perleberg dabei war. Dieser betrug für die Rolandstadt 25 Prozent der Gesamtkosten an der Obdachlosenunterkunft.

Wittenberge hatte nun eine grundlegende Änderung aufgrund fehlender Abdeckung der sozialen Betreuung angekündigt. Die Elbestadt beabsichtigte, diese Aufgabe der Awo-Arche Prignitz zu übertragen, wozu inzwischen auch die Stadtverordnetenversammlung den Beschluss gefasst hat. Entsprechend wurde der Vertrag mit Perleberg zum 31. Dezember 2016 gekündigt. Im Umkehrschluss hieß das, auch Perleberg musste sich etwas überlegen, denn die Unterbringung der Obdachlosen ist eine Pflichtaufgabe der Kommune.

Seit dem 1. Januar 1999 organisiert die Awo-Arche in einem sogenannten Trägerverbund die Obdachlosenunterbringung und -betreuung. Mitglieder sind die Gemeinden Gumtow, Plattenburg, Groß Pankow, die Ämter Putlitz-Berge und Meyenburg sowie die Städte Pritzwalk und Kyritz. Zwei Angestellte betreuen die Obdachlosen in der Unterkunft in Groß Pankow. Zugleich leisten sie „präventiv aufsuchende Sozialarbeit“, so Dietra Schwarz, zuständige Bereichsleiterin. Denn Ziel sei es, Menschen vor dem Abgleiten in die Obdachlosigkeit zu bewahren. Insbesondere dieser präventive Bereich wurde durch Perleberg bisher als Aufgabengebiet nicht abgedeckt, wird es nun aber künftig, beschloss die Stadtverordnetenversammlung.