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Wittenberge Nähmaschinen zu Hause angekommen

Von Barbara Haak | 27.03.2012, 09:22 Uhr

Die Besucher im Stadtmuseum Alte Burg werden unmittelbar miterleben, wie die Singer-Nähmaschinen und das diverse Zubehör aus der neu erworbenen Sammlung archiviert und katalogisiert werden.

Das kündigt Museumschefin Birka Stoevesandt an. Sie plant, im September den normalerweise für Sonderexpositionen genutzten Raum im Untergeschoss zu einem Arbeitskabinett zu machen, "in das die Besucher Einblick haben, während dort die Maschinen quasi in den Bestand der Alten Burg aufgenommen werden".

Stövesandt ist davon überzeugt, "dass es zahlreiche Leute erstens interessieren wird, wie die von ihnen mitfinanzierte Sammlung bearbeitet wird und außerdem wie Museumsarbeit funktioniert". Wittenberger, ehemalige Elbestädter wie der Schauspieler Udo Schenk, aber auch Kreditinstitute wie die Sparkasse Prignitz und die Volks- und Raiffeisenbank hatten mit ihren Spenden den Erwerb der Sammlung erst möglich gemacht. "Wir danken allen aus tiefstem Herzen, die für den Ankauf Geld gegeben haben", sagen Birka Stoevesandt und der Leiter des Kultur- und Tourismusbetriebes (KSTW), Hans-Jürgen Döllefeld.

Ihren Dank möchten Museum und KSTW bei den Gebern persönlich abstatten. "Wir werden voraussichtlich Ende des Sommers alle Spender einladen, um gemeinsam mit einem Glas Sekt anzustoßen". Die Museumschefin bittet deshalb dringend all jene Unterstützer, deren Adresse als Spender nicht bekannt ist, sich im Museum unter Telefon 03877/40 52 66 zu melden.

Bis zum Frühherbst, wenn nach Abschluss der bereits fest geplanten Sonderaustellungen die Erfassungen der Singer-Nähmaschinen plus Zubehör beginnen kann, "ist die Sammlung sicher eingelagert und bleibt auch unter Verschluss", so KSTW-Chef Döllefeld.

Vor rund zwei Wochen hatte das Museum die von dem Privatsammlerehepaar Niggemann zusammengetragene Sammlung abgeholt. "Auch in diesem Zusammenhang haben wir Unterstützung hier aus der Stadt bekommen", sagen Döllefeld und Stövesandt. Sie führen das auf das große Interesse der Wittenberger an der industriellen Vergangenheit ihrer Stadt zurück. In dem vom Singer-Konzern zu Beginn des 20. Jahrhundert errichteten Werk haben Tausende Wittenberger gearbeitet. Der Stolz auf diese Zeit klingt noch heute nach.

Das Transportunternehmen von Detlef Benecke stellte den Transporter zur Verfügung, der das Holen der Maschinen aus dem fast 500 Kilometer entfernten Herten-Westerholt erst ermöglichte. Noch ist laut Museumschefin nicht endgültig entschieden, wie mit der Sammlung künftig verfahren wird. "Wir werden sie auf jeden Fall in einer Ausstellung präsentieren." Einzelne Stücke werden auch in die Dauerausstellung das Hauses aufgenommen. Wichtig sei aber, "dass wir ein Stück Geschichte bewahren können, wie es Aufgabe des Museums ist".