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Prignitz/Karstädt Nach guter Ernte zu neuen Aufgaben

Von Felix Alex | 08.11.2012, 11:35 Uhr

Die Landwirte in der Prignitz konnten in diesem Jahr trotz Wetterkapriolen eine gute bis sehr gute Ernte mit ordentlichen Preisen einfahren.

Diese positive Ausgangslage war der Grundtenor des diesjährigen Kreisbauerntag, auf dem aber auch künftig anzugehende Herausforderungen klar angesprochen wurden.

Etwa 100 Vertreter der insgesamt 175 Mitglieder des Kreisbauernverbandes (KBV) hatten sich gestern im Karstädter Landgasthof eingefunden und vernahmen den Rechenschaftsbericht des Vorstandsvorsitzenden des KBV Prignitz, Lothar Pawlowski. Dieser sprach neben den guten Ergebnissen aber auch von den negativen Auswirkungen der überdurchschnittlichen Ernte und den damit verbundenen ordentlichen Preisen in der Pflanzenproduktion. "Von den erhöhten Marktfruchtpreisen möchten natürlich unsere Dienstleister partizipieren, nicht nur bei Saatgut und Futtermitteln, sondern auch bei den Verbrauchsgütern stiegen die Preise", verdeutlichte Pawlowski, der vor allem die Tierhaltungs- und Veredelungsbetriebe als die Leidtragenden der ständigen Preisschwankungen nannte. So mussten hauptsächlich die Milchviehhalter "wieder von der Substanz zehren". Denn neben den gestiegenen Futterkosten seien vielmehr die Milchpreise das größere Problem. "Nach guten Durchschnittspreisen 2011 konnte das Niveau nicht gehalten werden und bei einigen Molkereien war ein Preisverfall bis unter 30 Cent/kg Milch zu verzeichnen", resümierte Pawlowski.

Anschließend sprach der Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes Wolfgang Scherfke die Themen an, die vor dem Hintergrund der schwierigen Entwicklung im finanziellen Bereich im Land Brandenburg im Vordergrund stehen. "Fest steht, die fetten Jahre sind vorbei und darauf müssen wir uns einstellen", verdeutlichte Scherfke, der die Fördermittel abhängigkeit und die in Folge dessen zunehmende Bürokratisierung kritisierte. Als Lösung seien "richtige Preise, die die Kosten decken" nötig. Weiterhin erklärte er, ebenso wie bereits Pawlowski, die Wichtigkeit eines positiven Öffentlichkeitsbildes, um die Glaubwürdigkeit und ein Verständnis für die Landwirtschaft bei den Menschen herzustellen sowie die Nachwuchssicherung als künftige Herausforderungen. "Das Lehrlingsgeld muss stimmen, da sich die Lage noch weiter zuspitzen wird", führte Scherfke an, der die Betriebe zusätzlich motivierte, sich ihr künftiges Führungspersonal rechtzeitig aus den eigenen Leuten zu ziehen und dementsprechend früh in Auslandspraktika und Studium zu investieren.

Bevor dann zu einem Mittagessen mit "regionalen landwirtschaftlichen Erzeugnissen" übergegangen werden konnte, wurden sowohl der Rechenschaftsbericht als auch der Bericht der Prüfungskommission einstimmig angenommen sowie der Vorstand einstimmig entlastet.